Palästina 1936
Der Große Aufstand und die Wurzeln des Nahostkonflikts

Hanser Berlin, Berlin 2025
ISBN
9783446282902
Gebunden, 384 Seiten, 28,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Norbert Juraschitz. Mit 21 S/W-Abbildungen. 1936: Das Jahr, als im Nahen Osten die Gewalt ausbrach. Im Frühjahr 1936 brach im Heiligen Land eine arabische Rebellion gegen die jüdischen Einwanderer und die britische Mandatsmacht aus. Der Aufstand dauerte drei Jahre, kostete Tausende Menschen das Leben und markiert den Beginn der Gewaltgeschichte des Nahen Ostens.
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Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 11.07.2025
Rezensent Wolfgang Schneider liest Oren Kesslers Buch über die Wurzeln des israelisch-palästinensischen Konflikts wie eine historische Reportage. Laut Schneider bildet der Autor die Ereignisse des Aufstands der Jahre 1936-1939 szenisch ab und porträtiert die Player auf beiden Seiten, Aktivisten, Intellektuelle, Beamte, aber auch Bauern. Dabei geht er ausgewogen vor, rühmt Schneider. Das Buch bietet so einen multiperspektivischen Blick auf ein schier endloses Thema und zeigt, warum eine Zweistaatenlösung schon damals scheiterte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.04.2025
Rezensent Wolfgang Matz lernt mit dem Buch von Oren Kessler die historischen Grundlagen und die Vorgeschichte des Nahost-Konflikts kennen. Die Lektüre lässt ihn deprimiert zurück, werden in Kesslers Erzählung laut Matz doch die konstante Härte, die Kompromisslosigkeit und die lange Dauer des Konflikts offenbar, ebenso wie der Umstand, dass sich immer wieder die "rücksichtslosesten Vertreter der eigenen Sache" durchsetzen konnten. Einer Parteinahme entzieht sich der Autor dankenswerterweise, einen Blick in die Zukunft wagt sein Buch nicht, erklärt Matz.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 27.03.2025
Einen neuen Blick auf den Nahostkonflikt erlaubt laut Rezensent Ulrich Gutmair Oren Kesslers Buch über den arabischen Aufstand in Palästina 1936. Und zwar nicht zuletzt deshalb, weil Kessler eng an den Quellen bleibt und sich mit Wertungen zurückhält, so der Rezensent. Das Buch rekonstruiert das Scheitern des Aufstandes, der die arabische Position nachhaltig schwächte, unter anderem weil ein Generalstreik die Wirtschaftskraft der Araber zerstörte, lernt Gutmair. Im Zentrum stehen jeweils auf Seiten der Palästinenser, Juden und der britischen Kolonialherren eine Reihe von Figuren mit teils widerstreitenden Interessen. Als besonders fatal erweist sich im palästinensischen Camp die Rolle Mohammed Amin al-Husseinis, lernt Gutmair, der Großmufti von Jerusalem lehnte jegliche Kompromisse ab und verbündete sich schließlich mit Hitlers Nazis. Auch die Briten agierten ungeschickt, erfährt der Rezensent, insgesamt entsteht in den Jahren nach 1936 eine verfahrene Situation, deren Grundmuster den Konflikt bis heute prägen, wodurch auch die vermeintlich alles entscheidende Rolle des Jahres 1948 - die Gründung Israels, die Nakba - relativiert werde. Insgesamt also, so könnte man Gutmairs Besprechung resümieren, ein unbedingt lesenswertes Buch für alle, die sich jenseits der medialen Daueraufregung für den Nahostkonflikt interessieren.