Natasza Goerke

Rasante Erstarrung

Roman
Cover: Rasante Erstarrung
Skarabäus Verlag, Innsbruck 2003
ISBN 9783708231235
Gebunden, 89 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Aus dem Polnischen von Marlis Lami. Ein polnischer "Mann ohne Eigenschaften" - einer, der nichts erreicht hat, dessen Anwesenheit auf der Welt ohne Spuren bleibt: Das ist der (Anti-)Held der Erzählung Rasante Erstarrung von von Natasza Goerke: Ein Niemand, der sich mit einem Schlag der Leere und Ödnis seines bisherigen Lebens bewusst wird. Goerke umkreist ihn mit jener erzählerischen Raffinesse, die bereits bei ihren früheren Veröffentlichungen für Begeisterung bei Leserschaft und Kritik sorgte: Ihre Prosa sprüht von sanft ironischem, oft grotesk-surrealem Humor, der in faszinierendem Kontrast zur Trostlosigkeit ihrer Geschichten steht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.09.2003

Natasza Goerkes "Rasante Erstarrung" gehört für Rezensent Jörg Magenau zu den Büchern, "die man nach dem ersten Satz zuklappen sollte". Nicht nur häufige Floskeln wie "wer weiß", "leicht möglich" oder "wie auch immer", die vielen sprachlichen Klischees und die Sätze, die als Zusammenfassungen beginnen, um sich dann doch wieder im Unbestimmten zu verlieren, gehen dem Rezensenten auf die Nerven (wobei er einräumt, dass die Übersetzerin wohl ihren Teil dazu beigetragen hat, "den Text endgültig zu ruinieren"). Auch die Geschichte - es geht um einen Mittvierziger, der sich anschickt, "die Unmöglichkeit des Beschreibens zu beschreiben", ohne selbst schreiben zu können - hat ihn nicht überzeugt. Wozu es gut sein soll, einen Menschen, der nicht schreiben könne, "ein Buch schreiben zu lassen, nur um zu zeigen, dass er nichts zu sagen hat", ist Magenau völlig unerfindlich. Zum Ärger des Rezensenten wimmelt die Geschichte dann auch noch von Ungereimtheiten, die einem als Surrealismus verkauft werden sollen. Surrealismus heiße in diesem Fall, "dass man alles zusammenschustern darf, ohne auf Sinn und Verstand zu achten." Eines ist bei diesem Buch jedenfalls garantiert, versichert der Rezensent: eine qualvolle Lektüre.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.09.2003

Rezensentin Ilma Rakusa ist sich zwar im Klaren, dass Natasza Goerke mit zwei Prosabänden die literarisch interessierte Welt auf sich aufmerksam gemacht und ihre Stärke im kurzen Genre bewiesen hat. Von Goerkes neuem Kurzroman ist die Rezensentin aber enttäuscht: Der dilettantische Antiheld, der es zu nichts im Leben bringt und dafür weinerlich die anderen verantwortlich macht, ringt ihr keinerlei Interesse ab. Die Rezensentin hat vielmehr den Eindruck, als nehme die Autoren ihren "dürftigen Helden zum Anlass für groteske Spiele und satirische Tiraden, für Geschlechter- und Gesellschaftskritik". Das Fazit ist eindeutig: Für Rakusa wird hier "viel Aufhebens um wenig" gemacht.
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