Nan Mellinger

Fleisch

Ursprung und Wandel einer Lust. Eine kulturanthropologische Studie
Cover: Fleisch
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2000
ISBN 9783593366418
Gebunden, 199 Seiten, 24,54 EUR

Klappentext

Nan Mellingers brillante Studie über das Verhältnis des Menschen zum Fleischessen zeigt, dass sich Fleisch als Symbol für Macht durch die gesamte Menschheitsgeschichte zieht. Dass die Lust am Fleisch mehr als eine Frage des Geschmacks ist und ein symbolisches Herrschaftsverhältnis zum Ausdruck bringt, wird nicht zuletzt deutlich im Hinblick auf die Geschlechterbeziehungen und den Zusammenhang von Ernährung und Sexualität.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.12.2000

Nach Sebastian Domsch geht es in diesem Buch vor allem um "Machtbeziehungen", die von jeher bei der "Verfügungsgewalt über Fleisch" eine bedeutende Rolle spielen. Das betrifft sowohl religiöse wie auch politische oder wirtschaftliche Macht. Die Stärke des Buchs liegt nach Ansicht des Rezensenten daher vor allem darin, diese Machtstrukturen - gerade in der heutigen Zeit - aufzuzeigen und deutlich zu machen, dass die heutigen Verhältnisse hinsichtlich von Fleischproduktion kaum zu verändern sind. Darüber hinaus werde aufgezeigt, wie sehr die "Evolution und Kulturgeschichte des Menschen" mit dem Verzehr von Fleisch verbunden ist.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 06.12.2000

Andreas Brenner bespricht zwei Bücher, die sich mit Fleisch - ausschließlich tierischem - und Macht bzw. Fleisch und Geist befassen.
1) Nan Mellinger: "Fleisch. Ursprung und Wandel einer Lust"
Wer jagt, isst Fleisch, wird stark, jagt mehr, isst mehr Fleisch, wird stärker und beherrscht am Ende die Welt und die Frau dazu. Diese nämlich jagt nicht (mehr), muss sehen, was an Fleisch übrig bleibt, bekommt dies auch noch als schädlich verleidet und kann das Fleisch-Macht-Defizit auch in Zeiten frei verfügbaren Fleisches nicht ausgleichen. So hat Andreas Brenner Nan Mellingers "Kulturgeschichte des menschlichen Umgangs mit dem essbaren Tier" auf den Punkt gebracht. Ansonsten beschreibt er besagte Kulturgeschichte chronologisch von der frühgeschichtlichen Jagdgemeinschaft (erst mit, später ohne Frauen) über die Erfindung moderner Waffen, Konservierungsmittel zum Zwecke des Durchhaltens in Zeiten des Krieges bis zur industriellen Fleischproduktion und -verarbeitung. Ergebnis s.o.
2) Baranzke/Gottwald/Ingensiep (Hrsg.): "Leben, Töten, Essen"
Bestätigt findet sich Brenner im zweiten rezensierten Werk, aus dem er Eduard von Hartmann (1896) ausführlich zur Grundaussage zitiert, dass es ohne Fleisch eben keine Leistung geben könne. Was sich sonst in dem Reader Leben, Töten, Essen lesen lässt, verschweigt er uns, mit einer Ausnahme: "Die klügste Philosophie taugt nichts, wenn sie sich nicht auch in der Küche bewährt", zitiert er zum Schluß Klaus-Michael Meyer-Abich.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 19.10.2000

Gerhard Neumann nennt Mellingers Kulturgeschichte des Fleisches leider nur `ein wichtiges Buch`. Das ist das einzige wertende Wort in dieser Rezension. Ansonsten schreibt Neumann sehr, sehr viel über - genau - Fleisch. Das ist wirklich nicht uninteressant und zum Teil auch recht amüsant. Man erfährt nur leider zwei Dinge nicht: Ob all das, worüber Neumann so sachkundig und witzig schreibt, auch in Mellingers Buch steht, und ob man es nun lesen soll oder nicht.
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