Muriel Spark

Frau Dr. Wolfs Methode

Roman
Diogenes Verlag, Zürich 2001
ISBN 9783257062731
Gebunden, 176 Seiten, 16,82 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser. Was ist aus Lucky Lucan geworden, dem Lord, der 1974 versehentlich die Nanny seiner Kinder umbrachte, in der Meinung, sie sei seine Frau? Muriel Spark sichtet ihn 25 Jahre nach der Tat in Paris, wo er sich bei Frau Dr. Wolf in Behandlung befindet ? einer Psychiaterin mit einer ganz eigenen Methode.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.09.2001

Thomas David ist begeistert vom neuesten Roman der mittlerweile 83-jährigen britischen Autorin, dessen Titel im Englischen "Aiding and Abetting" heißt und seiner Meinung nach viel zutreffender ist. Spark hat einen authentischen Mordfall aus englischen Adelskreisen - das garantiert Aufmerksamkeit - zu einem fiktionalen und fast metaphysischen Verwirrspiel aufgeblasen, das sie aber, so David, mit formaler Strenge betreibt. Den mordenden Adeligen gibt es gleich zweifach, verrät der Rezensent, und man wisse nicht, welcher der echte Lord sei. Auch Psychiaterin sei nicht die, die sie vorgibt zu sein, und keineswegs zufällig eine Namensvetterin von Freuds berühmter Patientin Bertha Pappenheim. Sympathie hegt die Autorin für ihre versnobte und mordende Hauptfigur wohl kaum, folgert David und bewundert, mit welcher Raffinesse sie ihren Helden bei einer fast surrealen Verfolgungsjagd zur Strecke bringt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.07.2001

Maria Frisé scheint der Ansicht zu sein, dass die Autorin ihre besten Zeiten bereits hinter sich hat. Zwar habe sie im Erfinden von "haarsträubenden Geschichten" noch nicht nachgelassen, doch nehme sie sich nicht mehr genügend Zeit, diese auch "zu entwickeln". Und so gerät die Geschichte nach Frisés Diagnose allzu abstrus und atemlos. Auch Sparks Markenzeichen, der schwarze Humor nämlich, ist im Vergleich zu ihren früheren Romanen kaum noch irgendwo festzustellen, bedauert die Rezensentin.
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