D. H. Lawrence

D.H. Lawrence: Gesammelte Erzählungen und Kurzromane

2 Bände
Cover: D.H. Lawrence: Gesammelte Erzählungen und Kurzromane
Diogenes Verlag, Zürich 2007
ISBN 9783257065909
Gebunden, 1920 Seiten, 49,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Elisabeth Schnack und anderen. Ein großer Erzähler und Meister der englischen Kurzgeschichte ist wiederzuentdecken. Die Spannungen zwischen Mann und Frau, Zivilisation und Natur, Gesellschaft und Individuum, Geist und Materialismus. D. H. Lawrence Erzählungen sind so modern wie seine Themen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.11.2008

Etwas unschlüssig steht Werner von Koppenfels vor den beiden lindgrünen Bänden. Kann man D. H. Lawrence, heute noch lesen? Schließlich entscheidet Koppenfels für den Autor. Zwar kann er auf dessen Kapitalismuskritik verzichten und entdeckt auch formal keine besonderen Vorkommnisse. Lawrences dezent in die Texte einfließende Biografie jedoch, sein anhand der vorliegenden Ausgaben nachvollziehbarer Weg vom Realismus über den Symbolismus bis hin zu den "harschen Fabeln" der Spätphase sowie die für Koppenfels ungebrochene Faszination der "sprachlich zwingenden" Verbindung von Eros und Tod genügen dem Rezensenten, um Platz zu schaffen im Bücherregal. Um so größer allerdings ist auch sein Unverständnis über die Gleichgültigkeit des Verlags seinem Autor gegenüber. Eine Neuausgabe ohne Nachwort, Revision oder sachdienliche Hinweise, das leuchtet dem Rezensenten nicht ein. Ganz zu schweigen von den verwendeten Übersetzungen, die er mitunter für "gottserbärmlich" hält.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.02.2008

Burkhard Müller schwimmt mit Leichtigkeit und Freude in den "ungeheuren Massen" der Erzählungen und Kurzromane von D.H. Lawrence. Eine Bewertung gibt er nicht ab, dafür charakterisiert er den Autor, der 1930 erst 44-jährig starb, für etwaige Erstleser. Immer gehe es bei Lawrence um Mann und Frau und die Freiheit in ihrer Beziehung. Die Frau will Lawrence ebenfalls befreien, aber ganz anders als den Mann, Lohnarbeit gehört nicht zum feministischen Programm des Autors. Außerdem attestiert Müller einen "strikt auktorialen" Stil und einen "rebellischen Ernst".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 06.12.2007

Der hier rezensierende Helmut Krausser lobt den Diogenes Verlag für die Edition dieser Erzählungen und Kurzromane des Skandalautors von einst, und empfiehlt eine vorurteilslose Lektüre. Und zwar ebenso was die Rezeption dieses Werkes als auch seine Thematik betrifft. Denn obwohl in diesem Werk aus Kraussers Sicht nicht alles die strengen Klassikerkriterien erfüllt, manches gar etwas zu blumig und schnörkelig daherkommt (und essentielle Botschaften durch das Überstülpen eines "artifiziellen Kondoms" stark abgemildert würden), gibt es hier doch Texte mit Ewigkeitswert (wieder) zu entdecken. In diesem Zusammenhang hebt der Rezensent besonders die Erzählungen "Der Mann, der gestorben war" als blasphemische Jesus-Paraphrase mit Trash-Qualitäten hervor - und die Geschichte "Sonne", die ihn als abgründiges Protokoll weiblicher Sehnsüchte faszinierte. Auch wird Krausser nicht müde, D.H. Lawrence literarische Pionierarbeit "auf dem Feld der erotischen Obsession" zu preisen.

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