Die Studie untersucht Jorge Sempruns literarische Gestaltungen seiner Erfahrungen des Konzentrationslagers Buchenwald in "Le grand voyage" (1963), "Quel beau dimanche!" (1980), "L'ecriture ou la vie" (1994) und "Le mort qu'il faut" (2001). Ziel der Arbeit ist es, Entwicklungslinien und Tendenzen in der mehrere Jahrzehnte umfassenden retrospektiven Auseinandersetzung und wiederholten literarischen Neu- und Weiterbearbeitung des persönlich Erlebten aufzuzeigen. Unter diesem Blickwinkel betrachtet, stellen die Texte kein einheitliches Sprechen dar, sondern eine fortschreitende erzählerische Annäherung an den miterlebten Tod von Buchenwald: Während "Le grand voyage" deutlich vom kommunistischen Weltbild des Autors geprägt ist, spiegelt sich in "Quel beau dimanche!" - geschrieben im Bewusstsein der gleichzeitigen Existenz nationalsozialistischer und stalinistischer Lager - die tiefgehende Verunsicherung Sempruns wider, wohingegen in "L'ecriture ou la vie" und "Le mort qu'il faut" die Selbstdefinition als Überlebender und Zeuge, als "temoin fraternel", dominiert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.12.2006
Wohlwollend beurteilt Franziska Augstein diese Studie über Jorge Sempruns "literarische Auseinandersetzung mit Buchenwald", die Monika Neuhofer vorgelegt hat. Besonders die erste Hälfte der Untersuchung findet sie gelungen, die Analyse von Sempruns "Die große Reise" (1963) und "Was für ein schöner Sonntag!" (1980) scheint ihr überaus aufschlussreich. Allerdings konstatiert Augstein eine zunehmende Entfernung der Autorin von ihrem Sujet. Sie hält ihr vor, im Verlauf ihrer Arbeit immer weniger zwischen Literaturexegese und Charakterstudie zu unterscheiden. So entstehe schließlich ein "höfliches, aber verzerrtes Bild davon, was Semprun im Innersten bewegt".
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