Aus dem Finnischen von Maximilian Murmann. Eine Emanzipationsgeschichte über eine Frau, die mitten im Leben noch mal von vorn anfängt. Als die Kinder aus dem Haus sind, beendet Jenni Mäki die unglückliche Ehe mit Jussi, ändert ihren Namen und bricht endlich aus dem Leben aus, das für sie vorgesehen war: Als Jenny Hill fängt sie noch einmal von vorn an. Ein Chor weiblicher Märchenfiguren begleitet sie dabei und kommentiert voller Scharfsinn die Absurdität der Ansprüche, denen Frauen in unserer Welt immer noch gerecht werden sollen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.09.2025
Rezensentin Kristina Maidt-Zinke schlägt die Hände überm Kopf zusammen, während Minna Rytisalo ihr Emanzipation noch mal von ganz vorn ausbuchstabiert. Waren die Finnen nicht Avantgarde? Dass Rytisalo ihrer sich aus Ehe und Demütigung befreienden Heldin derart penetrant kommentierend zur Seite steht, empfindet die Rezensentin als unzulässige pädagogische Bevormundung des Lesers. Wären der Ausbruch der Heldin nicht so, nun ja, lächerlich klein, und die Ironie der Autorin ein wenig zupackender - Maidt-Zinke hätte mehr Freude an Rytisalos drittem Roman gehabt.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 02.08.2025
Dieser Roman von Minna Rytisalo reiht sich ein in den Trend, Geschichten von Frauen um die Lebensmitte zu erzählen, hält Rezensentin Sonja Hartl fest: Jenni, 48, lässt ganz still und leise ihr bisheriges Leben hinter sich und fängt an, die tradierten Verhaltens- und Rollenmuster zu hinterfragen. Auf Anraten ihrer Therapeutin beginnt sie, Briefe an Brigitte Macron zu schreiben - das ist Hartl zufolge eine gute Ergänzung ihrer Gedanken, ebenso die Kapitel, in denen verschiedene Märchenfiguren erzählen, die zeigen, wie sie benutzt werden, um das Verhalten von Mädchen zu reglementieren. Die Kraft des Romans entfaltet sich für die Kritikerin dadurch, dass die Protagonistin "auf stille Weise anders" ist.
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