Aus dem Französischen von Uli Aumüller. Milan Kunderas berühmtes Buch über den modernen Roman liegt hier in einer vom Autor überarbeiteten Fassung und neuen Übersetzung vor. Es ist keine Theorie, sondern die Summe der Erfahrung eines Schriftstellers, der seine Arbeit als Spiegel und Fortsetzung einer alten Tradition begreift. Nur im Roman ist etwas aufgehoben, was Europa ausmacht: die kostbare, gefährdete Substanz des europäischen Individualismus. Ein Klassiker unter Essays des 20. Jahrhunderts.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.04.2008
Für Steffen Martus ist Milan Kunderas Essay- und Interviewsammlung in einer neu übersetzten Fassung so aktuell wie eh und je. So flüssig lesbar wie in der alten Übersetzung von Brigitte Weidemann aus dem Jahr 1987 präsentiert sich das Buch zugleich als Einblick in die Werkstatt des Romanciers wie auch als Apologie des großen europäischen Romans, der sich laut Kundera mit existenziellen Themen befasste, bevor sich die Philosophen mit ihnen auseinandersetzten. Wichtig findet der Rezensent in dieser Hinsicht einige Übersetzungsänderungen, die das "kämpferische Moment", mit dem sich Kundera für den Roman als Seinserforschung des Menschen einsetzt, verstärken. Mit Unverständnis begegnet Martus deshalb auch den Kürzungen der Quellennachweise dieser Ausgabe, weil damit, wie er meint, die Verankerung der Texte in ihrem zeithistorischen Kontext verschleiert werde. Trotzdem, die Textsammlung findet beim Rezensenten höchstes Lob und er preist überschwänglich ihre Klugheit und ihren Erkenntnisgewinn.
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