Die Coronakrise hat nicht nur virologische Fragen aufgeworfen, sondern auch soziale, politische und kulturelle, die zuvor allzu leicht übersehen wurden. Insofern kann man die Krise auch als eine Lerngeschichte lesen, die für die Zukunft der Demokratie und die Lösung ihrer Zukunftsprobleme von Rassismus bis Ungleichheit äußerst wichtig ist. Michel Friedman und Harald Welzer untersuchen die Frage, ob wir einen Epochenbruch erleben, und skizzieren, wie unsere Gesellschaft modernisiert werden kann.Wir leben in einer Zeitenwende. Die demokratischen Gesellschaften stehen unter Druck durch die machtvolle Rückkehr der Autokraten, durch die Wiederkehr der Rechtsextremen, Nationalisten, Rassisten und Antisemiten, die Wellen von Hass, Hetze und Terrorismus erzeugen. Dazu kommen soziale Ungleichheit, Klimawandel und Pandemie. Die Welt ist erheblich in Unordnung geraten und der Politik fehlt es an politischen Konzepten und Lösungen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.10.2020
Man ist sich in diesem Buch über die Zukunft der Demokratie zu einig, die Diskutanten miteinander - und schließlich die Leserschaft mit ihnen, meint Rezensentin Tanjev Schultz. Das macht sie einigermaßen ungeduldig, schließlich hat man alles zu oft schon selbst so gehört (und vermutlich auch gesagt). Erst wenn es im Gespräch der beiden persönlich wird, scheint es interessant zu werden - und wenn sie sich endlich mal uneinig sind. Ansonsten wird zu vieles berührt und nichts wirklich erkundet, meint die wenig begeisterte Kritikerin.
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