Christoph Martin Wieland (1733- 1813) gehört zu den Mitbegründern der Weimarer Klassik. Neben der Herausgebertätigkeit für das erste deutsche Kulturjournal "Der Teutsche Merkur" sind es vor allem die Versepen "Musarion" und "Oberon" sowie die Romane "Agathon", "Geschichte der Abderiten" und "Aristipp", welche zu den Standardwerken der deutschen Literatur zählen. Michael Zaremba legt eine moderne Biografie vor, die erstmals auf die Gesamtausgabe des umfangreichen Wieland'schen Briefwechsels zurückgreifen kann. Wielands literarischen Werdegang versteht der Biograf als Emanzipation von den religiösen Paradigmen des Elternhauses. Vor diesem Hintergrund schildert er die Kontinuitäten und Widersprüche seiner Persönlichkeit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.11.2007
Nicht wirklich zufrieden ist Thomas Meissner mit Michael Zarembas Biografie Christoph Martin Wielands. Zwar bescheinigt er dem Autor, die Stationen von Wielands Leben und Werk kundig und gründlich zu beschreiben. Aber das reicht ihm nicht für eine gute Note. Schmerzlich vermisst er nämlich nicht nur einen "roten Faden" jenseits der Chronologie, sondern auch eigene Thesen und Gewichtungen. Zudem hält er Zaremba vor, eine geistes- und kulturgeschichtliche Annäherung an Wieland völlig zu unterlassen, mit der Folge, dass der historische Kontext, die Zeitströmungen, das Umfeld und die Beziehungen des Dichters unterbelichtet und leblos bleiben. Gerade über die Weimarer Konstellationen, über das Verhältnis zu Goethe, Schiller und Kleist findet er in dem Buch kaum Neues oder Interessantes. Außerdem kritisiert er die Einleitung, die einen Überblick über die Forschung geben soll, weil sie Informationen zur Wieland-Rezeption und Forschung "wahllos" aneinander reihe. Schließlich scheint ihm das Buch schlecht lektoriert. Ob so neue Leser für Wieland gewonnen werden können, hält er für überaus fraglich.
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