Michael Springer

Leben Sie wohl?

Roman
Cover: Leben Sie wohl?
Paul Zsolnay Verlag, Wien 1999
ISBN 9783552049321
gebunden, 208 Seiten, 17,38 EUR

Klappentext

Was tun, wenn einen die Frau samt halbwüchsiger Tochter verläßt, wenn der einträgliche Job eines "Betriebsphilosophen" bei einem großen Automobilhersteller flötengeht? Was tun also, wenn einem das Wasser bis zum Hals steht? Zum Beispiel eine Praxis als Lebensberater gründen...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.04.2000

Paul Jandl findet, dass dieser Satire die Leichtigkeit fehlt und spricht damit ein vernichtendes Verdikt über dieses Buch. Dem Autor gelingt es nach Ansicht des Rezensenten nicht, den Abgründen der Normalität, der "Misere Alltag" im Leben eines Therapeuten, Aspekte abzugewinnen, die über die Talkshow-Kultur, die der Autor kritisieren wolle, hinausgehen. "Der Spott bleibt billig."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.03.2000

Springer zeichnet mit seiner Geschichte nach Ansicht Richard Kämmerlings` ein gelungenes Bild der "Problembewußtseinsindustrie", in der sein Protagonist als Therapeut auch eigene Neurosen in den Griff zu bekommen versucht. Dabei begebe sich Springer jedoch nicht auf das Niveau der "einschlägigen Schmunzelliteratur". Kämmerlings lobt Springers Verzicht auf arroganten Spott und hebt vielmehr seine Fähigkeit zu intelligenten und witzigen Beobachtungen hervor. Als Beispiel führt er die Beschreibung eines misanthropischen, "gebildeten" Achtundsechzigers an, der eine Polin für sich putzen lässt. Dabei beschränkt sich Springer jedoch nicht auf das Hypochondrische, so Kämmerlings, sondern wirft auch einen Blick auf die möglichen Ursachen dieser Form des Leidens, die er in den Geißeln der Zivilisation ausmacht. Manche der Charakterporträts Springers hält der Rezensent für so gelungen, dass er sich bisweilen sogar an Elias Canetti erinnert fühlt.
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