Klappentext

Herausgegeben und mit einem Nachwort von Wendelin Schmidt-Dengler und anderen. Im Juli 1934 wird der autoritär regierende österreichische Bundeskanzler Engelbert Dollfuß von Nationalsozialisten ermordet, knapp vier Jahre später kommt es zum "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich. Die Zeit dazwischen schildert Albert Drach in ""Z.Z." das ist die Zwischenzeit". Am Schicksal des dreißigjährigen Sohnes - einen Namen erhält er nicht - werden allmähliche Entmündigung, Demütigung, Denunziation und Beraubung der Juden gezeigt. Dem heillosen Zustand der Welt begegnet Drach, dessen eigenes Schicksal sich in dem des Protagonisten spiegelt, weder mit Resignation noch mit erhobenem Zeigefinger. Es ist der ihm eigene zynische Humor, der seinen Stil so unverwechselbar macht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.10.2003

Juristenösterreichisch klingt noch schlimmer als Juristendeutsch, staunt Burkhard Müller. Formal nimmt nämlich der Autor, erklärt Müller, Anleihe bei seinem Juristenberuf und schreibt eine Juristenprosa, in der "die eigene Katastrophe wie eine fremde erscheinen kann und lindernde Kühle spendet". Und Schuldgefühle lassen sich auf diese Weise ebenso äußern wie verstecken zugleich. So kommt es, stöhnt Müller, dass Drachs Buch so ungefähr die längsten Passagen indirekter Rede enthält seit Cäsars "Gallischem Krieg". Und auch die vielen erotischen Szenen des Buches hätten in ihrer "insektenkundlichen Art" durchaus etwas Quälendes, gesteht Müller. Ein zugegeben hässliches Buch, das meine selbst der Herausgeber, ein Buch, das die politische mit der privaten Misere zusammenspannt und nur in dieser Form seinen Ausdruck finden konnte. Mit "Zwischenzeit" ist die Zeit in den Jahren 1935 bis 1938 gemeint, die Drach wie gelähmt wartend in Österreich zubrachte, wie das "berühmte Kaninchen vor der Schlange", schreibt Müller. Als das Buch 1968 erstmals erschien, fand es kaum Freunde, was angesichts des Zeitpunkts nicht verwunderlich war, meint Müller. Er hofft, dass das Buch nun als Teil der Werkausgabe seinen Platz behaupten kann, denn wie soll man anders als hässlich von so unschönen Dingen berichten, fragt Müller. Drach emigrierte und ließ seine Mutter zurück, damit endet das Buch.
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