Michael Mueller

Canaris

Hitlers Abwehrchef
Cover: Canaris
Propyläen Verlag, Berlin 2006
ISBN 9783549072028
Gebunden, 576 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Was machte den Bürgersohn aus Dortmund zu einem der wichtigsten Helfer Hitlers? Was ist dran an der Legende vom erfolgreichen Geheimdienstchef? Welche Verbindungen gab es zwischen Canaris´ Abwehrapparat und Hitlers Vernichtungsmaschinerie? Wie nahe stand Canaris den Kreisen des Widerstands? Auf der Basis neuester Forschungsergebnisse und intensiver Archivrecherchen im In- und Ausland gibt der Journalist und Buchautor Michael Mueller Antwort auf diese Fragen. In der ersten großen Canaris-Biografie seit dreißig Jahren schildert er den politischen Werdegang des Admirals - die exemplarische Karriere eines deutschen Offiziers in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts - und zeichnet ein differenziertes Bild dieser ebenso schillernden wie umstrittenen Figur.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.08.2006

Keine neuen Erkenntnisse über Wilhelm Canaris findet Knud von Harbou in Michael Muellers Studie über Hitlers sagenumwobenen Geheimdienstchef. Was er über die ambivalente Figur Canaris, der zwischen Widerstand gegen Hitler und Verstrickung in das NS-System pendelte, von Mueller erfährt, weiß er seit Heinz Höhnes instruktiver Canaris-Biografie aus dem Jahr 1976. Dass der Autor mit vielen neuen Quellen aufwartet, ändert für Harbou daran nichts. Er hält ihm vor, sich mit einer Auflistung von Belegstücken und Zitaten, die für sich selbst sprechen sollen, zu begnügen, die jedoch für den Rezensenten "meist ohne neuen Aussagenwert" sind. Ganz eindeutig fehlt Harbou hier eine "resümierende Wertung" der Quellen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.04.2006

Rainer Blasius vermerkt die Einfühlsamkeit von Teilen dieser Biografie, warnt den Leser allerdings vor großen Erwartungen: Michael Mueller gewähre keine neuen Einblicke "in die Karten des genialen Doppelspielers" Canaris und breche überdies mit jenem Aktenfund ab, der zur Hinrichtung von Canaris durch die SS führte. Für Blasius wird der Autor so zum Drückeberger. Als fleißigen, zitierfreudigen Sammler bezeichnet er ihn, wirft ihm aber vor, dem Leser eine Einschätzung der Bedeutung von Canaris für den deutschen Widerstand schuldig zu bleiben. Seine Ausführungen über den Privatmann Canaris, gibt Blasius zu verstehen, hätte sich der Autor dagegen gut sparen können.

Beliebte Bücher

Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…
Eva Menasse. Alleinruhelage - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Eva Menasse: Alleinruhelage
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.…
Dörte Hansen. Broder - Roman. Penguin Verlag, München, 2026.Dörte Hansen: Broder
"Es zählt nur einer auf dem Hof, das ist der Sohn, der bleibt. Aber die anderen, die übrig sind, die zweiten, dritten, vierten Söhne und die Töchter, die nicht zählen, bleiben…