Thomas Edward Lawrence erlangte Weltruhm unter dem Namen Lawrence von Arabien, nicht zuletzt durch den berühmten Film von David Lean - in der Hauptrolle mit Peter O Toole. Peter Thorau zeigt den doppelgesichtigen Mann hinter den Mythen und schildert kenntnisreich und spannend die dramatischen Ereignisse des Ersten Weltkriegs im Vorderen Orient. Lawrence Buch "Die sieben Säulen der Weisheit" wurde zu einem Klassiker der Weltliteratur. In dieser faszinierenden autobiografischen Darstellung schildert er die arabische Revolte gegen das Osmanische Reich und seine eigene Rolle darin. Doch schuf er damit zugleich die Voraussetzungen für die zahlreichen Legenden, die in der Folgezeit seine Lebensgeschichte umrankten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2010
Als Einführung in die Biografie des Archäologen, britischen Geheimagenten und Schriftstellers Thomas Edward Lawrence und in ein "eher unbekanntes" Kapitel des Ersten Weltkriegs kann Andreas Eckert dieses Buch - wenn auch etwas verhalten - empfehlen. Der in Saarbrücken lehrende Mediävist Peter Thorau stellt Lawrence als "höchst widersprüchliche" Figur dar, deren Biografie er chronologisch darstellt, teilt der Rezensent mit. Mitunter findet er die minutiösen Nachweise von Selbststilisierung und offenkundigen Ungereimtheiten in Lawrences Selbstzeugnissen etwas ermüdend, zudem stößt Eckert sich an so manchem "Stereotyp" über brutale Araber oder disziplinlose Beduinen, das der Autor unkritisch reproduziert, wie er moniert. Der Rezensent findet das "Potential", das das Leben dieser schillernden historischen Figur für eine "Kulturgeschichte des Imperialismus" bietet, zudem nicht ausreichend genutzt, weshalb ihn dieses Buch nicht vollends zufrieden stellt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.10.2010
Für Stefan Weidners Geschmack geht Peter Thorau etwas zu gründlich gegen den "Mythos" um den legendären Lawrence von Arabien vor. Der britische Autor Jeremy Wilson hatte sich in seiner Biografie von 1999 in kaum einholbaren Detailfreude vor allem auf die private Person des Thomas Edward Lawrence konzentriert, erklärt der Rezensent. Peter Thorau nun baut seine Lebensbeschreibung auf der These auf, dass sein Protagonist tüchtig an seiner eigenen Legende mitsgetrickt habe, und damit kann er Weidner leider gar nicht überzeugen. Denn der Rezensent argumentiert, dass Lawrence den Medien gegenüber derart zugeknöpft und widerborstig war, dass es für ihn kaum vorstellbar ist, dass er sie für seine Zwecke zu nutzen verstanden hätte. Überhaupt reagiert der Rezensent zunehmend gereizt auf Thoraus immer wache "Skepsis" gegenüber Lawrence, und das greife nicht nur auf die öffentliche Figur, sondern eben auch auf den "Menschen" über, wie er unzufrieden bemerkt. Immerhin kann er Thorau zugute halten, dass er hervorragend und zudem sehr fesselnd in den historischen Kontext einführt.
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