Als erste Frau überhaupt erreichte es Artemisia Gentileschi (1593-1654), ihre Kunst professionell ausüben zu können und ein für die damaligen Verhältnisse weitgehend selbstbestimmtes Leben zu führen. Noch nie zuvor war es einer Malerin möglich gewesen, ohne Mann ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen und ein eigenes Atelier zu unterhalten. Doch der Weg dahin war für Artemisia voller Widerstände und Widrigkeiten. So führte die Beziehung zu einem Malerfreund ihres Vaters nicht zu einer Heirat, sondern zu einem Prozess um die Wiederherstellung von Artemisias Ehre. Dennoch gelang es Artemisia, nicht zuletzt dank ihres starken Willens, sich als Malerin durchzusetzen und sich einen Platz zwischen ihren männlichen Malerkollegen im frühbarocken Italien zu erobern.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.04.2008
Rezensentin Karin Hellwig ist sehr angetan von der Art und Weise, wie die Autoren Michael Hatry und Susanna Partsch das ungewöhnliche Leben von Artemisia Gentileschi, einer römischen Malerin im frühen 17. Jahrhundert als Jugendbuch aufbereitet haben. Ihnen gelingt es, auch die heiklen Teile ihrer Biografie - die mögliche Vergewaltigung durch einen Künstlerkollegen und Freund ihres Vaters sowie ihre spätere Vorliebe für blutrünstige Szenen - "einfühlsam, ohne voyeuristischen Blick" aufzubereiten. Den eigentlichen Künstlerroman schrieb Hatry, der beeindruckende Anhang, der das Leben der Malerin auf anschauliche Weise kontextualisiert, stammt von Partsch, weiß die Rezensentin zu berichten, die das Buch zudem "informativ" und "spannend" findet.
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