Michael Buback

Der zweite Tod meines Vaters

Cover: Der zweite Tod meines Vaters
Droemer Knaur Verlag, München 2008
ISBN 9783426274897
Gebunden, 265 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Ein Mann verliert das Vertrauen in die Organe des Rechtsstaats und seine Repräsentanten. Er ist der Sohn des 1977 von der RAF ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback, er ist ein nüchtern analysierender Wissenschaftler. Wodurch ist sein Weltbild so erschüttert worden? 7. April 1977: Generalbundesanwalt Siegfried Buback und seine zwei Begleiter werden von RAF-Terroristen ermordet. Schnell stehen drei Männer als Täter fest. Jahrzehntelang gab es keinen Anlass, an dieser Darstellung der Ereignisse zu zweifeln. 30 Jahre später: Die Öffentlichkeit streitet um die Begnadigung des für den Buback-Mord verurteilten Christian Klar. Plötzlich tauchen neue Informationen auf. Hat in Wahrheit eine vierte Person die Schüsse auf den Generalbundesanwalt abgefeuert? Wer war der Todesschütze? Michael Buback beginnt Fragen zu stellen. Und stößt auf immer weitere Ungereimtheiten, die mit Ermittlungspannen oder Schlamperei allein nicht zu erklären sind.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.12.2008

Als Aufforderung an die Staatslenker, endlich tätig zu werden und eine parlamentarische Untersuchung in die Wege zu leiten, liest Nils Minkmar das Buch von Michael Buback. Bubacks "differenzierte" Argumentation und seine "klar" vorgebrachten, quellengestützten Hypothesen zum Mord an seinem Vater ergeben für Minkmar ein Szenario, das "so nicht stehenbleiben darf". Die Sprengkraft des Buches erkennt Minkmar in seiner protokollarischen Genauigkeit. Abschnitte, die sich wie radikale Pamphlete lesen, ändern nichts daran, dass ihm der Text als Bildungsroman erscheint, an dessen Ende sich Autor wie Leser als Skeptiker der Justiz wiederfinden. Was hat Verena Becker und was haben die Geheimdienste mit dem Mord zu tun? Der gesunde Menschenverstand sagt dem Rezensenten: Mehr als wir ohne dieses Buch wüssten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.11.2008

Ralf Husemann zeigt sich erst vorsichtig skeptisch gegenüber Michael Bubacks Buch über die Ermordung seines Vaters, des Generalbundesanwalts Siegfried Buback, durch die RAF im Jahr 1977. Die Lektüre des Buchs aber belehrt ihn eines besseren. Am Schluss scheint ihm klar, dass in diesem Fall noch viel aufzuarbeiten ist. Er berichtet über die zahllosen Schlampereien, Widersprüche und Ungereimtheiten der Ermittlungen, die Buback akribisch nachverfolgt hat. Dabei unterstreicht er, dass der Göttinger Professor niemand ist, der leichtfertig unsichere Behauptungen in die Welt setzt. Plausibel wird für ihn jedenfalls, dass die 1977 verurteilten Täter Christian Klar, Knut Folkerts und Brigitte Mohnhaupt die Tat nicht begangen haben, sondern höchstwahrscheinlich Verena Becker. Er hebt in diesem Zusammenhang die von Buback zusammengetragenen Anzeichen dafür hervor, dass Becker bewusst gedeckt wird. Husemann betont, dass der ehemalige BKA-Chef Horst Herold und der einstige Generalbundesanwalt Kay Nehm dem Autor bescheinigen, mit seinen Recherchen auf der richtigen Spur zu sein.

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