Michael Borgolte

Die Welten des Mittelalters

Globalgeschichte eines Jahrtausends
Cover: Die Welten des Mittelalters
C.H. Beck Verlag, München 2022
ISBN 9783406784460
Gebunden, 1102 Seiten, 48,00 EUR

Klappentext

Die globalisierte Welt der Gegenwart mit ihren Orientierungskrisen erfordert eine Neubestimmung auch des Mittelalters jenseits eurozentrischer Blickverengungen. Michael Borgolte zeigt in seiner Darstellung, dass Europa zwar stets ein Teil der größten "Welt" von drei Kontinenten - Europa, Asien und Afrika - war, aber sich erst in einem langanhaltenden historischen Prozess aus seiner globalen Randposition befreien und zur eigenständigen Gestaltungsmacht werden konnte. Der bedeutende Mediävist legt damit nichts Geringeres vor als die erste Globalgeschichte der mittelalterlichen Welt. Anders als heute war die mittelalterliche Welt noch nicht global vernetzt. Sie war geprägt von zahlreichen Lebenswelten, die sich inselartig über den Globus verteilten, von Amerika bis China, im Nordmeer und Pazifik, unterschiedlich verdichtet in Europa und Afrika. Doch diese Inseln waren nicht alle isoliert. Es entstanden zahlreiche wirtschaftliche, kulturelle und religiöse Verbindungen von einer Intensität und Weite, die der Antike noch unbekannt waren. Mit stupender Gelehrsamkeit entfaltet Michael Borgolte in seinem Buch ein Panorama dieser Welten des Mittelalters und verknüpft sie zu einer Globalgeschichte, wie sie - auch international - noch nie geschrieben worden ist.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.06.2022

Für den Rezensenten Andreas Kilb liegt die Stärke von Michael Borgoltes Geschichte des Jahrtausends zwischen 500 und 1500 in ihrer Akribie, etwa bei der Darstellung verpuffender Weltreligionen. Die Schwäche des Buches erkennt Kilb in der Entscheidung des Autors, mit Gustav Droysens Ansatz der "untersuchenden Darstellung" jenseits bekannter Kategorien operieren zu wollen. Das führt laut Kilb zum Verwischen von Kontexten, die aber bei einer Globalgeschichte wichtig wären, wie er findet. Das Kaleidoskopische der Textstruktur führt darüber hinaus zu Wiederholungen, die dem Rezensenten die Lektüre nicht eben erleichtern. Reiche, Religionen und Krieg lassen sich nicht ohne weiteres trennen, stellt Kilb fest. Ein verbindender Gedanke hätte dem Buch sicher gutgetan, glaubt er.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 28.05.2022

Rezensent Micha Brumlik kann nur staunen, wenn der Mediävist Michael Borgolte loslegt, uns die Globalgeschichte des Mittelalters zu erzählen. Eurasien und seine Vernetzung, Juden, Muslime, Christen als "Treiber der Globalisierung" - Vorstellungen, die Brumlik nicht nur den russischen Imperialismus mit anderen Augen sehen lassen, sondern ihm auch vermitteln, wie bedeutsam China und auch mongolische Herrscher für die Entwicklung Europas waren. Außerdem lernt Brumlik: Schon im Mittelalter bestimmten Angebot und Nachfrage das Geschehen.

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