Max Goldt

QQ

Cover: QQ
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2007
ISBN 9783871345814
Gebunden, 156 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

"MODERATOR: Warum legen eigentlich heute so viele Frauen Wert darauf, möglichst gemein zu sein? Jede noch so biedere Seriendarstellerin sagt im Fernsehen, dass sie am liebsten «bitterböse" sei, und selbst meine gute Mutter liest nur noch Bücher, in denen Frauen ihre Gatten im Schornstein einmauern. PETRA HIPPROTH (Krimiautorin): Ach, das sind halt ins Ritualhafte abgedriftete Überbleibsel eines einstmals berechtigten Widerstands gegen das Postulat des Sanften. Alter Käse, streng genommen. Das wird sich schon wieder beruhigen. Ich bewege mich schon seit längerem davon weg, ich verspüre mehr so einen Drall in Richtung QQ. MODERATOR: QQ? Sie verwenden heute ziemlich exotische Ausdrücke. PETRA HIPPROTH: Kennen Sie nicht QQ? Das steht für "quiet quality" - stille Güte. Ein neues Schlagwort aus den USA für alles, was nicht schreit und spritzt. Da ich mir allerdings einmal eine schöne Wohnung im Augustinum leisten möchte, also in einem dieser Altersheime für gutsituierte Leute mit ein bisschen Hirn, habe ich mir ausgerechnet, dass ich noch fünf Jahre schreien und spritzen muss, und dann kann's losgehen mit QQ."

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.03.2007

Etwas mehr Staunen und Schweigen hätte sich Jörg Magenau gewünscht, dann hätte ihm Max Goldts fein schattierende Kolumnensammlung noch besser gefallen. Außer auf die "heroische Arbeit" der Sprachkritik und Goldts "vertrackt bösartige Preziosen" über alltägliche Merkwürdigkeiten stößt Magenau nämlich leider auch auf "Geschwätzigkeit und Geschmäcklertum". So gerät der schöne "Gegenentwurf zu Prinz Asfa-Wossen Asserates wilhelminischer Benimmfibel" unter Magenaus betrübten Augen in Teilen wenigstens und falls er nicht gerade "einfach nur dem Amüsement" dient, zum versnobbten Hochnäslertum.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2007

Ihre Besprechung scheint Rose-Maria Gropp ihrem Gegenstand angepasst zu haben. Wie in Max Goldts Kolumnen lässt sich auch hier das "fabelhafte Sich-Heben und Senken der Silben und Vokale" genießen. Im übrigen findet sie Goldt "nicht zu fassen", ein Kompliment, das auf des Autors außergewöhnliche synaptische Strukturierung abzielt, auf "schartige" Textbruchstücke und rationale Leerstellen sowie auf den Verzicht jeglicher Komplizenschaft mit dem Leser. Goldig findet Gropp das Schwelgen in Worten ("Rohlingsspindel") und überhaupt die Sprache dieses Menschen, die ihr Lust bereitet, wenn sie auch oft Quatsch hervorbringt und "manchmal Trauer" ausdrückt.
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