Olaf Kühl

Der wahre Sohn

Roman
Cover: Der wahre Sohn
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2013
ISBN 9783871347269
Gebunden, 480 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Zunächst ist es für Krynitzki ein ganz normaler Auftrag: Er soll eine verschwundene Luxuslimousine ausfindig machen und von Kiew nach Deutschland zurückbringen. Mit solchen Missionen verdient der Enddreißiger seinen Lebensunterhalt, Versicherungen bezahlen ihn. Halb unbewusst vor seiner Familie und seiner zerrütteten Beziehung aus Berlin flüchtend, fährt Krynitzki nach Kiew und stellt fest, dass der dortige Halter des Fahrzeugs ein hoher Beamter war, der vor wenigen Monaten gestorben ist. Krynitzki lernt die rätselhafte, eigentümlich anziehende Witwe Svetlana kennen und ihren Sohn Arkadij, ein hochbegabter Geist, der in einer psychiatrischen Anstalt lebt und sich obsessiv mit der gewaltreichen ukrainischen Geschichte sowie mit dem Schicksal seiner vor Jahrzehnten verschwundenen Kinderfrau Olga befasst. Krynitzki erkennt, dass die Spuren zu der unauffindbar bleibenden Limousine wie zu Olga im Dunkel der Familiengeschichte zusammenlaufen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2013

Alles beginnt mit einem gestohlenen Auto. Was folgt, die Odyssee einer Suche, ist für Rezensentin Felicitas von Lovenberg jedoch mehr als eine Detektivstory, mehr als ein Roadmovie und mehr als eine Familiengeschichte. Es geht, wie Lovenberg herausfindet um die ukrainische Seele und familiäre Zusammenhänge, stilistisch um komplexe Figuren und einen Rhythmus, der laut Rezensentin swingt. Für sie ein stiller, feiner Text.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.09.2013

Christopher Schmidt ist von Olaf Kühls Roman "Der wahre Sohn" ziemlich enttäuscht und macht dieser Enttäuschung recht ungnädig Luft: Kühl erzählt von einem ehemaligen Linksautonomen, Konrad Krynitzki, der inzwischen für eine Versicherungsgesellschaft Fälle klärt, fasst Schmidt zusammen. Dieses mal geht es um Luxuslimousinen, die im großen Stil nach Osteuropa verschoben werden und Krynitzki folgt ihrer Spur bis nach Kiew. Dort stellt sich allerdings heraus, dass der Ermittler eine eigene Agenda verfolgt, und auf seiner individuellen Ebene versucht Kühl den Ballast, der es aus der deutsch-russischen Vergangenheit in die postsozialistischen Gegenwart geschafft hat zu verhandeln, erklärt der Rezensent. Die eigentliche Handlung bleibt aber dürftig, findet Schmidt, das offenbarte Familiendrama ist wenig mysteriös, der Stil wenig ambitioniert, die Wendungen unspektakulär.
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