"Selbst der Himmel über den Gebäuden schien ihr ein ganz anderer zu sein als in Krakau. Der Geruch war anders - eine Art von Parfüm? Die Abgase schienen andere Abgase zu sein." Die junge Psychologin Wanda ist nach Venedig gereist, um den seit Langem dort im Exil lebenden Wissenschaftler Mrugalski zu seiner Forschung zu befragen. Oder geht es mehr noch um sein Leben? Zwischen ihnen, scheint es, steht ein Verdacht. Beide spielen nicht mit offenen Karten, und doch verbindet sie eine womöglich schicksalhafte Beziehung, die über das, was sie heute sind, hinausweist. "Das glückliche Schicksal" folgt zwei Generationen auf ihrem Weg durch die Systeme, führt tief hinein in die jüngere europäische Geschichte und zu den Fragen, vor die das Menschsein uns stellt. Wem kommen wir nah? Wie können wir verantwortlich leben? Wie hängen, wenn Geschichte und Bürokratie über unser Schicksal bestimmen, Glück und Moral zusammen?
Rezensentin Meike Feßmann hält Matthias Nawrats Roman für dunkel und großartig. Es geht um eine Sozialpsychologin, die um 1980 einen polnischen Emigranten interviewt. Das Gespräch konfrontiert den Leser laut Feßmann mit den Gräueln des Gulag, deren Schilderungen Nawrat unter anderem von Mandelstam und Solschenizyn übernimmt. Die Rückblenden findet Feßmann dramaturgisch gekonnt in den Text integriert. Die berechtigte Frage, was die Protagonistin will, führt tief in die Geschichte und zu philosophischen Überlegungen, meint Feßmann gefesselt.
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