Paul Verbeek erlebte die Jahre der Revolutionen als deutscher Botschafter am Heiligen Stuhl in Rom. Lebendig und kenntnisreich analysiert er die Hintergründe und historischen Ereignisse, die 1979, mit dem ersten Besuch des Papstes in seiner Heimat einsetzten und schließlich zum Fall des Eisernen Vorhangs führten. Nachdem 6 Millionen polnische Katholiken ihrem geistlichen Oberhaupt zugejubelt hatten, bekannte Staatspräsident Jaruzelski, daß 'nichts mehr so war wie vorher'. Paul Verbeek spürt dem Geheimnis dieses Papstes nach. Bis in die Gegenwart erschließt sich aus seinem Buch 'Pilger gegen die Macht' das außergewöhnliche Charisma von Papst Johannes Paul II.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.08.2005
Ein "informatives, gut geschriebenes" Buch über Papst Johannes Paul II. hat der frühere Vatikanbotschafter Paul Verbeek hier vorgelegt, lobt Rezensent Rudolf Lill, auch wenn ihm einiges doch zu schönfärberisch daherkommt, etwa das im Titel aufgegriffene Wort des Pilgers. Denn, wie Lill meint, habe Johannes Paul mit seiner "Ubiquität" nicht Demut, sondern Allzuständigkeit unter Beweis stellen wollen. Auch dass Verbeek Papst-Kritiker als "realitätsblind" oder "schlimme Opportunisten" abtut, geht Lill zu weit. Positiv rechnet er dem Autor aber an, wie er insgesamt Persönlichkeit und Politik des Papstes schildert, den unerschütterlichen Kämpfer für den interkonfessionellen und -religiösen Dialog, die europäischen Werte und gegen den Kommunismus natürlich. Interessant scheint Lill hier besonders, wie Johannes Paul II. Bereits 1978 die vatikanische Diplomatie von ihrem Kurz des "partiellen Entgegenkommens auf den der prinzipiellen Konfrontation zurückgeholt" hat.
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