Bibliotheken haben durch die Jahrhunderte Bücher gesammelt und aufbewahrt, sie geordnet und zugänglich gemacht. Aus der chaotischen Mannigfaltigkeit der Bücher haben sie ein organisiertes Universum geschaffen, das planvolles Studieren ermöglicht. Das hat ihnen neben Bewunderung und Passion auch fanatischen Hass und den Verdacht eingetragen, der staubige Ort zu sein, wohin die Bücher gehen, um zu sterben. Matthew Battlesnimmt den Leser in sieben Kapiteln mit auf eine Zeitreise durch Paläste und Ruinen des Wissens, von der Bibliothek in Alexandria über Klosterzellen bis zur British Library, von Privatbibliotheken und sozialistischen Lesesälen bis ins Informationszeitalter.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 13.11.2003
Bruno Preisendörfer hat dieses Buch über Bibliotheken mit Vergnügen Gelesen. Dabei findet er die traurigen Seiten über Zerstörungen bedeutender Bibliotheken ebenso fesselnd wie die heiteren Anekdoten aus der Welt der Bücher. Der amerikanische Autor Matthew Battles berichtet über die legendäre Bibliothek von Babel, über die größte Bibliothek der Welt, die Library of Congress, oder die im Bosnienkrieg zerstörte Bibliothek von Sarajewo, informiert der Rezensent. Er lobt den Autor für seinen "flotten" Stil und meint, dass ihm ein "interessantes Buch" gelungen ist. Eine "Geschichte der Bibliothek" allerdings, wie der Untertitel behauptet, sei das Werk nicht, schränkt Preisendörfer ein. Dafür hat der Autor seiner Ansicht nach zu wenig systematisch gearbeitet und zu viel "Anekdotisches" eingeflochten. Dennoch findet der Rezensent, dass es ein "unterhaltsames" Buch ist, an der die Leser ihre Freude haben werden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.10.2003
Viel hat sich Johannes Willms erwartet von einem Band, der den Untertitel "Eine Geschichte der Bibliothek" trägt und vom Bibliothekar der Widener-Bibliothek in Harvard stammt - um so bitterer nun die Enttäuschung, "die schließlich in Verärgerung umschlägt". Nicht nachvollziehbar findet der Rezensent die Proportionierung des Stoffes, viel zu ausführlich seien die Antike und der Querelle des anciens et des modernes dargestellt, während die Renaissance zu kurz komme. Ein weiterer Kritikpunkt ist die einseitige Schwerpunktsetzung im angelsächsischen Raum, Frankreich dagegen bleibt beinahe vollständig ausgespart. Ein Buch, so Willms' Verdacht, das nicht mehr ist als eine zum Möchtegern-Kompendium zusammengeschusterte Aufsatzsammlung.
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