Donna Rosenthal

Die Israelis

Leben in einem außergewöhnlichen Land
Cover: Die Israelis
C. H. Beck Verlag, München 2007
ISBN 9783406555015
Gebunden, 409 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Karl Heinz Siber. Seit über 50 Jahren stehen Israel und der Nahostkonflikt im Zentrum des weltpolitischen Interesses. Wie sich aber das alltägliche Leben in diesem heterogenen stets im Wandel begriffenen Land darstellt, ist weit weniger bekannt. Dieses Buch erzählt von den ganz normalen Menschen, ihren Hoffnungen und ihrem Alltag in Israel. Donna Rosenthal zeigt uns ein Land voller Widersprüche und kultureller Gegensätze. Wir lernen den ultra-orthodoxen Juden kennen, der schaut, ob religiöse Frauen in Bussen auch getrennt von Männern sitzen; wir treffen die Braut, deren in Äthiopien geborene Eltern ihren Ehemann ablehnen, weil er ihnen nicht jüdisch genug ist; wir begegnen der jungen mutigen Beduinin, die gegen den Widerstand der Familie und des Stammes ein Studium in der Stadt aufnimmt, oder lernen muslimische Israelis kennen, die von ihren Enttäuschungen, ihrer Verzweiflung und ihren Hoffnungen berichten. Wir erleben die junge, säkulare jüdische Generation, deren Helden nicht mehr Generäle sind, sondern Menschen, die ein zweites Silicon Valley im Land errichteten und Israel zu einem High-tech-Land gemacht haben. Die Autorin zeichnet ein farbiges Panorama dieses widersprüchlichen Landes. Sie erzählt die Geschichten der Menschen in ihren kollidierenden Welten zwischen einem traditionellen und einem radikal modernen Leben.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.08.2007

Rezensent Volker S. Stahr schätzt Donna Rosenthals Buch "Die Israelis" als einen facettenreichen, offenen und aufschlussreichen Bericht über das alltäglichen Leben von gewöhnlichen Menschen in einem "außergewöhnlichen Land". Anhand einer Fülle von kurzen Porträts schreibe die langjährige Israel-Korrespondentin der "New York Times" über die Widersprüche eines Volkes zwischen Orthodoxie und Moderne, über den Alltag unter Terror- und Raketengefahr, über ganz normale Partnersuche, Schwulenparaden, Satellitenfernsehen, Beduinenleben in der Wüste, Fußball-Fanatismus, Yoga-Kurse und Hightech. Die Israelis erscheinen für Stahr angesichts der Umstände, unter denen sie leben, als ein ziemlich normales Volk. Deutlich wird für ihn auch, wie Israel sich verändert und zu einem ganz normalen, modernen Staat wird. Auch wenn Stahr das Buch gelegentlich ein wenig oberflächlich findet und kritisiert, dass die Palästinenser so gut wie nicht vorkommen, hat es ihm insgesamt gut gefallen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 19.04.2007

Bestnoten vergibt Rezensentin Gisela Dachs an dieses Buch der amerikanischen Reporterin, das sie nicht nur durch enorme Einblicke in komplexe Zusammenhänge und sorgfältige Recherche beeindruckt hat, sondern auch durch deren unterhaltsame und ausgesprochen lesbare Aufbereitung. Donna Rosenthal werde der enormen kulturellen Spannbreite und Vielschichtigkeit der israelischen Gesellschaft sehr gerecht, lasse radikal Säkulare, traditionelle und ultraorthoxe Juden, Drusen, Christen und Muslime gleichermaßen zu Wort kommen. Zu den großen Qualitäten des Buchs zählt die Rezensentin dabei, dass es an sehr persönlichen Schicksalen ganz normaler Menschen entlang geschrieben ist, und doch die großen gesellschaftlichen und politischen Probleme und Besonderheiten sehr kompetent reflektiert. Nur die Übersetzung bekommt wegen zahlreicher Fehler schlechte Noten.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.03.2007

Als Gegenentwurf zu einem durch den Krieg verzerrten Israel-Bild taugt das Buch laut Daniel Bax nur bedingt. Dankbar ist Bax der Autorin Donna Rosenthal für ihre Ausführungen über Israel als multikulturelles Hightechland. Schnell findet sich Bax bei der Lektüre jedoch wieder beim Militär, dieser "wichtigsten Integrationsmaschine" und sieht das "begeistert" gezeichnete Bild vom israelischen Traum übergehen ins Bild eines "Sparta der Neuzeit". Am besten hat ihm noch das Kapitel über den israelischen Nationalcharakter gefallen, eine Mentalität zwischen Offenheit und Rassismus, wie er feststellt. Weniger gelungen erscheinen ihm die Analyse der Amerikanisiserung, die stellenweise Oberflächlichkeit in der Darstellung (geschuldet, wie Bax vermutet, einem "möglichst breiten Panorama") sowie und vor allem die einäugige Sicht auf die Palästinenser "als Mörder, Lügner und Terror-Sympathisanten".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.03.2007

Einen tiefen Einblick in das alltägliche Leben Israels findet Ludger Heid in diesem Buch von Donna Rosenthal, das von normalen Menschen in einer anormalen Zeit handelt. Israelis unterschiedlichster Prägung kommen zur Freude des Rezensentin darin zu Wort und erzählen ihre Geschichte. Über einen Mangel an "spannungsgeladenen Begegnungen" kann sich Heid dabei nicht beklagen. Vielfach spiegeln sich in den Berichten für ihn die Kontraste und Widersprüchlichkeiten der israelischen Gesellschaft, von den Traumata der Geschichte und Gegenwart geprägt, schwankend zwischen Tradition und Moderne. Bei Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Menschen, mit denen Rosenthal gesprochen hat, entdeckt Heid zwei Dinge, die allen Israelis gemein scheinen: die Überzeugung, sich nach dem Holocaust nur noch auf sich selbst verlassen zu können und die Sehnsucht nach Frieden.
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