Mathias Gatza

Der Schatten der Tiere

Roman
Cover: Der Schatten der Tiere
Rowohlt Verlag, Reinbek 2008
ISBN 9783498025106
Gebunden, 393 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Ein Mann begegnet einer Unbekannten und verliebt sich. Es ist die Ehefrau seines Freundes. Eine alltägliche Geschichte, eigentlich, denn dieser Freund wurde gerade in Norwegen erschlagen. Die beiden Liebenden geraten in den Sog seiner Vergangenheit. Der Ermordete ist Mathematiker gewesen, der nur noch Staudämme im Urwald baute, der Mann ein Verleger, der nur noch Tiere in Zoos beobachtet, und die Frau Pianistin, deren Hände fürs Klavierspiel nicht mehr zu gebrauchen sind. Die drei suchen sich und flüchten voreinander quer durch Deutschland, Europa und die Welt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.01.2009

Mit hohem Lob bedenkt Richard Kämmerlings diesen "philosophischen Psychothriller" von Matthias Gatza. Ein erstaunliches Debüt sei dem Autor und ehemaligen Verleger mit dieser verwirrenden Verfolgungsgeschichte um einen misanthropen, inzwischen trockenen Alkoholiker geglückt, der sich in die Ehefrau eines in Norwegen ermordeten Mathematikers verliebt, der mit dunkler Materie und Zeitreisen befasst war. Er beschreibt den Roman als höchst souveränen Mix aus "prosaischem Delirium tremens, logisch-scharfer Aphoristik und süffigem Psychothriller", angereichert mit bösen Seitenhieben auf den Literaturbetrieb und zahllosen literarischen, kulturgeschichtlichen und naturwissenschaftlichen Anspielungen. Geradezu meisterhaft scheint Kämmerlings, wie Gatza den Roman um das Zwillingsmotiv konstruiert hat. Er hebt hervor, dass bei der Lektüre einiges an Detektivarbeit zu leisten ist. Dass der Leser dem Autor dennoch bis zur letzten Seite fasziniert folgt, zeigt für Kämmerlings auch Gatzas "große erzählerische Kunst".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.12.2008

Einen "klugen Roman über das Paradox des sprachlosen Bewusstseins, über unstillbare Sehnsüchte und Süchte" erblickt Jutta Person in Mathias Gatzas Buch "Der Schatten der Tiere". Sie hat sich bei der Lektüre des Werks bestens amüsiert, auch wenn sie die Geschichte um einen misanthropischen freien Schreiber und Ex-Trinker mit Dauerkarte für den Zoo, der unversehens in eine Liebes- und Kriminalgeschichte stolpert, überaus verwickelt findet. Bei all den Vor- und Rückblenden weiß sie manchmal gar nicht mehr, "wer wann wo gewesen ist". Dabei geht es in ihren Augen auch um das Problem der Identität, scheinen die Identitäten des Ich-Erzählers und des ermordeten Mathematikers Braun doch bisweilen zu verschwimmen. Besonders gefallen hat Person auch der "selbstironische" und "erfrischend boshafte" Ton, in dem der Roman erzählt wird.
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