Nach 1945, nach Diktatur und Krieg, erlebten die Kunst- und Kulturbeziehungen zwischen Deutschland und Frankreich eine Renaissance. Maßgeblichen Anteil an ihr hatte das spektakuläre Ausstellungsprogramm der Franzosen im besetzten Deutschland. Trotz großer politischer und organisatorischer Schwierigkeiten veranstalteten sie erste Retrospektiven der französischen Moderne und präsentierten dem deutschen Publikum Braque, Leger, Matisse und andere von den Nationalsozialisten als "entartet" diffamierte Künstler. Die lebhaften Reaktionen von Kritikern, Künstlern und Besuchern spiegeln, wie stark das Interesse an dem Gezeigten war.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.04.2004
In aller Kürze hebt Ulrich Raulff die Vorzüge dieses schmalen Bandes hervor und verleiht ihm das Prädikat "Ausgezeichnet". Ein klaffende Lücke habe Martin Schieder geschlossen, denn die emsige Ausstellungspraxis der französischen Besatzermacht - politisch den anderen dreien unterlegen, kulturell obenauf - war bisher unbeleuchtet geblieben und deshalb auch in ihrer Wirkung unbekannt. Tatsächlich aber, hat Raulff der Studie entnommen, machten die "gut bestückten" Ausstellungen die Nachkriegsdeutschen mit moderner Malerei bekannt und "förderten indirekt die Durchsetzung der Abstraktion in der frühen Bundesrepublik" - zum Ruhme der Grande Nation und zum Glück für uns.
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