Julia Voss

Hinter weißen Wänden

Behind the White Cube
Cover: Hinter weißen Wänden
Merve Verlag, Berlin 2015
ISBN 9783883963600
Kartoniert, 152 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Boomende Museen, schrumpfende Etats, Blockbusterausstellungen, Rekordpreise, Skandale, mächtige Sammler: Zu diesem Tosen und Rauschen des Kunstbetriebs steht die Stille, die einen umgibt, wenn man in einem Museum vor einem Kunstwerk steht, in merkwürdigem Kontrast. Wie funktioniert das Kunstsystem hinter den Kulissen? Was verbirgt sich hinter der weißen Wand?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.07.2015

Das ist ja mal erfrischend, dass Till Briegleb der Kunstkritikerin Julia Voss nicht den üblichen Kollegen-Sirup in den Kaffee gießt. Weil Voss nicht das erste, sondern das gefühlt hundertste Buch über die sinistren Praktiken des Kunstmarkts vorlegt, möchte sich Briegleb nämlich nicht mit redlichen Berichten über Betrugsprozesse, Auktionsspektakel und geplatzen Blasen zufrieden geben. Und auch weil er Voss für eine "mächtige Kunstjournalistin" hält, hätte der Rezensent zum Beispiel mehr Recherchen erwartet, originellere Thesen oder nähere Beschreibungen der handelnden Personen. Ihre Forderung nach mehr Transparenz findet er schließlich allenfalls hilflos.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 04.07.2015

Auch wenn Ingo Arend vieles bekannt vorkommt in dem Buch der FAZ-Kunstkritikerin und Wissenschaftshistorikerin Julia Voss, scheint ihm die Autorin doch einige starke Impulse geben zu können für einen transparenteren Kunstbetrieb. Preispolitik, Sammlermacht, das sind laut Arend Themen, für die sich Voss interessiert. Besonders spannend findet er, wie Voss Kunstgeschichte und Naturwissenschaft parallelisiert und diese Analogie an Beispielen künstlerischer Selbstvermarktung von Baselitz bis Koons verhandelt. Die Verve der Autorin, wenn es darum geht, den Kunstbetrieb als Abbild globaler Ungleichheit zu entlarven und für eine unabhängige Kunstkritik zu streiten, überrascht Arend angenehm.

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