Deutschland im Herbst: Palästinensische Terroristen bringen am 13. Oktober 1977 die Lufthansa-Maschine "Landshut" unter ihre Kontrolle. Bewaffnet mit Pistolen, Handgranaten und Sprengstoff, wollen sie die Freilassung inhaftierter RAF-Mitglieder erzwingen. Nach 106 Stunden, in denen die Geiseln Bedrohung und Todesangst ausstehen mussten, gelingt es der Spezialeinheit "Grenzschutzgruppe 9", die Entführer auf dem Flughafen von Mogadischu zu überwältigen. Doch wie erlebten die 90 Frauen, Männer und Kinder ihre Geiselhaft? Was wurde aus ihnen, nachdem sie aus dem Blitzlicht der Weltöffentlichkeit verschwunden waren? Wie haben die Erlebnisse in der Maschine, in der Flugkapitän Jürgen Schumann vor aller Augen erschossen wurde, ihr weiteres Leben bestimmt? Martin Rupp erzählt die bisher unbekannte Geschichte der "Landshut"-Entführung: persönlich und voller Abgründe.
Rezensentin Gaby Coldewey, die als Kind mit in der von palästinensischen Terroristen entführten Maschine nach Mogadischu saß, würdigt Martin Rupps' neues Buch "Die Überlebenden von Mogadischu" mit einer ausführlichen und sehr persönlichen Besprechung. Äußerst dankbar ist die Kritikerin, dass der Journalist in seinem sehr lehrreichen Buch mit der Annahme aufräumt, die Entführung sei mit der Befreiung der Geiseln zu einem "Happy End" geführt worden. Anhand von Dokumentarfilmen, Presseartikeln, Zeitzeugenberichten und Gesprächen mit einer Traumaforscherin weise Rupps nach, dass das eigentliche Leiden für den Großteil der traumatisierten Rückkehrer erst nach der Entführung begonnen habe - weitgehend ohne die Unterstützung der Bundesregierung. Um staatliche Entschädigung hätten sie ebenso kämpfen müssen wie um psychologische Betreuung. Erschüttert erfährt die Rezensentin hier auch, dass der von der Regierung ermöglichte Urlaub in Kärnten im Jahre 1978 lediglich aus "Werbezwecken" stattgefunden habe. Nicht zuletzt, weil Rupps gänzlich auf Sentimentalitäten und Verurteilungen verzichte, kann die eingenommene Kritikerin dieses Buch nur uneingeschränkt empfehlen.
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