Klappentext
Los Angeles in den 1940er-Jahren: Die Westküste ist ein Traumort, die Exilanten aus Europa trauen ihren Sinnen nicht, das Farbenspiel, das Licht, das Meer. Hier sind sie alle gestrandet, die im Deutschland der Nationalsozialisten keine Heimat mehr haben oder haben wollen: Arnold Schönberg, Vicki Baum, Theodor W. Adorno, Bertolt Brecht, Lion Feuchtwanger, Helene Weigel, Max Horkheimer, Hanns Eisler, Franz und Alma Werfel - und allen voran: Thomas Mann. Sie feiern, reden sich die Köpfe heiß, langweilen sich, streiten darum, wie ein demokratisches Deutschland nach Hitler aussehen könnte. Thomas Mann ist der König der Emigranten, bewundert, beneidet, angefeindet. In seinem Haus in Pacific Palisades will er im 'Doktor Faustus' die genuin deutschen Wurzeln des Nationalsozialismus ans Licht bringen. Und fügt sich in die Rolle einer Galionsfigur des guten Deutschlands.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.08.2025
Den Titel des Büchleins findet Rezensent Lothar Müller etwas irreführend, denn "ein Deutschland, nach dem er Heimweh hätte haben können", gab es für Thomas Mann nicht, so der Rezensent. Allein vierzehn Jahre hat Thomas Mann im amerikanischen Exil zugebracht, zehn davon in seiner Villa in Los Angeles. Das Buch aber hat Müller alles in allem mit Gewinn gelesen. Es scheint unterhaltsam zu sein, leicht literarisierend, denn Mittelmeiers Hauptstilmittel sei die Zitatcollage. Das heißt übrigens nicht, dass die Konflikte und Schwierigkeiten ausgeblendet werden, so Müller. Für ihn ist das Buch durchaus auch eine anekdotische Annäherung an einige Hauptwerke Thomas Manns, vor allem natürlich an den in Los Angeles entstandenen Roman "Doktor Faustus". Dass man Belege aber nur mit QR-Code und Handy recherchieren kann, kritisiert Müller als ganz schöne Knausrigkeit des Verlags.
Themengebiete
Kommentieren

