Aus dem Englischen von Miriam Mandelkow. Mit einem Nachwort von Hans Jürgen Balmes. Mrs. Lingard ist ein altmodischer Mensch: "Sie nimmt Freundschaften ernst." Und so hilft sie unermüdlich ihren Freunden, Claud Roylands jedoch kann sie nicht vor seinem Liebesglück bewahren. Theodore erklimmt mühelos die Karriereleitern von Paris, London und New York. Sein Herz aus Eis schmilzt erst, als er in Anne Farleigh seine Schneekönigin findet. Mrs. Hapgood bekämpft ihren Ehekummer mit Wein und exzessiven Einkäufen. Auch die selbstauferlegte Ausbildung zum "leichten Mädchen" führt sie nicht ins Glück...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.07.2008
Da die 1998 gestorbene Martha Gellhorn zwar als für englische und amerikanische Zeitungen tätige Kriegsberichterstatterin bekannt ist, als Schriftstellerin hierzulande jedoch kaum wahrgenommen wurde, freut sich Maria Frise, dass drei ihrer Novellen jetzt auf Deutsch vorliegen, die die Hoffnung auf weitere Übersetzungen nähren. Die Rezensentin schätzt die Eleganz und den bissigen Humor von Gellhorns Erzählungen, wie in der Geschichte von Mrs. Hapgood, die zunächst ihren untreuen Ehemann verlässt und sich in ein neues Leben mit einem Liebhaber stürzt, nur um sich am Ende von beiden Männern zu lösen und allein ein exklusives Hotel in Spanien zu betreiben. Ganz so "harmlos", wie der Titel des Novellenbandes vermuten lässt sind die "schonungslos ehrlichen" Novellen nicht, hat sich doch so mancher Zeitgenosse darin wieder erkannt und bitter beschwert, wie Frise weiß.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.02.2008
Rezensentin Angela Schader ist äußerst angetan von der hektisch-fiebrigen, also ungesunden Munterkeit dieser gleichzeitig eiskalten Erzählungen, in denen ihren Informationen zufolge eheliche Geschlechterbeziehungen verhandelt werden. Nicht nur weil es die Geschichten insgesamt in sich haben, sondern weil Martha Gellhorn es stets verstehe, dann noch zusätzlich recht perfide "Klingen" im Erzählgeschehen zu platzieren, um die Gemengelage der Geschichte psychologisch noch weiter aufzumischen. Aber auch sprachliche Brillanz und intime Beobachtungsgabe zählt die Rezensentin zu den Sensationen der Gellhornschen Prosa, die sich ihrem Eindruck zufolge mitunter haarscharf an die Ränder dessen wagt, was man heute "Political Correctness" nennt. Auch der Übersetzung von Miriam Mandelkow wird große Gewandtheit bescheinigt.
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