Mit Beiträgen in englischer Sprache. Die Schriftstellerin, Dramatikerin und Regisseurin Marlene Streeruwitz kommentiert, von den Standorten Wien, Berlin, Karlsruhe, Basel, Chicago, Feistrizwald und New York aus, in einem Tagebuch der Gegenwart das politische und gesellschaftliche Zeitgeschehen des 21. Jahrhunderts. Marlene Streeruwitz analysiert in diesen Zeitessays die in TV und Medien zu Nachrichten verdünnten Ereignisse und Themen unserer Tage: Der Schlingensief-Container; die Konsensgesellschaft von Provakateur und Provozierten in der Kunst; das Schaukampf-TV von Literarischem Quartett bis Herzblatt; das neue Heimatgefühl; Frauen und Privatheit in der Politik; Literatur im Internet; Leihmutterschaft, Sterbehilfe als Regie zum Tode.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.01.2003
Mit spitzer Feder bespricht Rezensentin Hannelore Schlaffer das nun erschienene "Tagebuch der Gegenwart" von Marlene Streeruwitz. Wieder einmal zelebriere Streeruwitz scharfe Beobachtung und tiefes Nachdenken als ihren intellektuellen Gestus, diesmal auf den ausgetretenen Pfaden des politischen Räsonnements. Dabei unterstellt die Rezensentin, Streeruwitz setze voraus, dass Wut und Verzweiflung bei ihr heftiger seien als bei anderen. "Warum sonst", fragt Schlaffer diesbezüglich rhetorisch, "hätte sie das, was man schon viele Male besprochen und kritisiert gehört hat, noch einmal in ihren Notaten festgehalten und sogar publiziert?" Das Buch wimmelt denn auch laut Schlaffer von populären Themen, die zur Abfassungszeit 2000 und 2001 in den Medien kursierten: Haider, Ausländerhass, "Leihmütter", die konservative Ausrichtung der Pädagogik, der verlogene Heimatkult. Für Schlaffer kurz "das Leben 'im Falschen', in dem es nur ein Richtiges gibt, Marlene Streeruwitz".
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