Markus A. Rothschild (Hg.)

Die unglaublichsten Fälle der Rechtsmedizin

Cover: Die unglaublichsten Fälle der Rechtsmedizin
Militzke Verlag, Leipzig 2004
ISBN 9783861897217
Gebunden, 303 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Gerichtsmediziner im Zeugenstand. Sie untersuchen Gehirnzellen, Prellungen und Bluterguss unter der Fragestellung: War es Mord? Denn der vermeintlich perfekt geplante Mord ist gar nicht so selten. Erst bei der Leichenschau tritt die Wahrheit ans Tageslicht. Die ausgewählten Fälle schildern zum Teil tragische Schicksale, zum Teil aber auch groteske Begebenheiten und sogar Vorfälle, bei denen sich der Leser eines Schmunzelns nicht erwehren kann. Zugleich faszinieren die Erklärungen der modernen Untersuchungsmethoden, bei denen der Rechtsmediziner mit Mikroskop und Laborrobotern auf Verbrecherjagd geht.Entstanden ist eine einmalige Sammlung unglaublicher und skurriler Geschichten, wie sie ein Krimiautor gar nicht verfassen könnte, weil sie ihm kein Leser abnehmen würde.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.02.2005

Sehr aufschlussreich findet Gerd Roellecke diese Sammlung der "unglaublichsten Fälle der Rechtsmedizin", für die zweiundzwanzig Direktoren rechtsmedizinischer Institute ihren interessantesten Fall samt Kurzfassung ihres Lebenslaufs aufgeschrieben haben. Allzu spektakulär sollte man sich das allerdings nicht vorstellen. Der Einschätzung des Herausgebers, Markus A. Rothschild, ein medizinisches Gutachten sei eben etwas anderes als ein Kriminalroman, und ein besonderer Fall alleine mache noch keine fesselnde Kriminalstory, kann Roellecke nur zustimmen. So ähnelten sich viele Fälle. Auch hätten sich die Autoren nicht immer von ihrem Gutachtenstil lösen können. Die Diagnose des Rezensenten: "Nichts für Deutschlehrer". Er findet den Stil der Autoren allerdings nicht weiter schlimm, eher der Sache angemessen: "In seiner sprachlichen Lässigkeit, buchhalterischen Genauigkeit und gespreizten Distanz verwandelt er einen grausamen Mord in ein anatomisches Problem, und genauso soll es sein." Wie Roellecke berichtet, erklärt das Buch zudem "halbwegs einfach", was der Laie über Rechtsmedizin wissen könne. Es beschreibe Einsätze bis in Einzelheiten und stelle das Personal vor. "Als Werbeschrift könnte man sich Zündenderes vorstellen als diesen Sammelband", resümiert der Rezensent. "Als Selbstdarstellung eines Berufsstands überzeugt der Band durch seine vorbehaltlose Redlichkeit."

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