Max Steller

Nichts als die Wahrheit?

Warum jeder unschuldig verurteilt werden kann
Cover: Nichts als die Wahrheit?
Heyne Verlag, München 2015
ISBN 9783453200906
Gebunden, 288 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Verhaftet. Vernommen. Unschuldig verurteilt. Max Steller ist führender Experte, wenn es darum geht herauszufinden, ob Zeugen vor Gericht lügen. Er bringt Täter hinter Gitter und sorgt dafür, dass Unschuldige freigesprochen werden. Würde seine Methode konsequent angewendet, könnten zahlreiche Fehlurteile verhindert werden. Doch steht es Aussage gegen Aussage, läuft bei der Wahrheitsfindung an deutschen Gerichten einiges schief. Vor allem beim Vorwurf Vergewaltigung scheint die Unschuldsvermutung außer Kraft zu treten. Nachdem er jahrelang beobachten musste, wie schändlich an deutschen Gerichten mit der Wahrheit umgegangen wird, klagt Max Steller das System in diesem Buch an. Denn jeder unschuldig Verurteilte und jeder freie Täter ist einer zu viel!

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 05.11.2015

Max Steller, emeritierter Professor für forensische Psychologie, hat im Laufe seiner Karriere zahlreiche Fälle vor Gericht erlebt, in denen die übliche Rechtspraxis zur Verurteilung Unschuldiger geführt hätte, wäre er nicht auf Widersprüche in Zeugenaussagen gestoßen, berichtet Daniel Müller. In "Nichts als die Wahrheit" beschreibt Steller die Fehler eines Rechtssystems, das sich zu sehr darauf konzentriere, die Glaubwürdigkeit von Personen zu beurteilen, anstatt deren Aussagen auf Glaubhaftigkeit zu prüfen, ohne etwas aus vergangenen Fehlurteilen zu lernen, fasst der Rezensent zusammen. Die Aussagenpsychologie sollte endlich Teil der juristischen Ausbildung werden, stimmt Müller dem Autor zu und wüsste dessen Buch gerne als Pflichtlektüre von Staatsanwälten und Richtern.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2015

Als Pflichtlektüre für Personalverantwortliche in Kirche und Jugendverbänden, für Organisatoren von Präventionsprogrammen und für Journalisten bezeichnet Manfred Lütz das Buch des Psychologen Max Steller, laut Rezensent der berühmteste menschliche Lügendetektor Deutschlands. Steller offenbart ihm präzise und empathisch anhand drastischer, für Lütz wie Krimis zu lesender Fälle die Mängel der Justiz und weist einen Weg zwischen Bagatellisierung und Skandalisierung - den der Wissenschaft. Lütz hofft, dass Stellers Aussagepsychologie Eingang in die Juristenausbildung findet und zwingende Logik und ein klares Urteil an die Stelle von Lügendetektoren und suggerierten Scheinerinnerungen treten.