Mark Twain

Knallkopf Wilson

Roman
Cover: Knallkopf Wilson
Manesse Verlag, München 2010
ISBN 9783717522003
Gebunden, 317 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Reinhild Böhnke. Als sich der Jurist David Wilson in Dawson's Landing niederlässt, steht er rasch im Ruf, ein Knallkopf zu sein. Allzu suspekt erscheinen sein schottischer Humor, seine Ostküsten-Provenienz und die Vorliebe für ausgefallene Hobbies: Der kauzige Eigenbrötler sammelt Fingerabdrücke, praktiziert das Handlesen und brütet mit Vorliebe über Alltagsweisheiten für einen nach ihm benannten Almanach. Dabei fällt Wilson nur auf den ersten Blick aus dem Rahmen, tummeln sich in dem gemütlichen Städtchen bei näherer Betrachtung doch noch weitere originelle Gestalten: Roxy, die Sklavin mit der hellen Haut; Sohn Chambers und Ziehsohn Tom, die Roxy als Säuglinge absichtlich vertauscht hat, und die nun nichtsahnend sehr unterschiedliche Lebenswege einschlagen; nicht zu vergessen Angelo und Luigi Capello, die ominösen Zwillinge aus florentinischem Adel.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.05.2010

Erfreut zeigt sich Susanne Ostwald von dieser Neuübersetzung von Mark Twains Roman "Knallkopf Wilson", die anlässlich des 175. Geburtstags und 100. Todestags des Schriftstellers und Satirikers erschienen ist. Sie liest die "grelle" und "eigentümliche" Detektivgeschichte als "hintersinnigen Kommentar Twains zur Rassenfrage". Besonders lobt sie Reinhild Böhnke für ihre Übersetzung, der es gelingt, der Sklavin Roxy eine stark "dialektal gefärbte Sprechweise" zu verleihen, ohne sie als intellektuell minderbemittelt zu brandmarken. "Knallkopf Wilson" dokumentiert für Ostwald beispielhaft, dass Twain einer der "brillantesten Satiriker der Literaturgeschichte" war.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.04.2010

Für Tilman Spreckelsen stellt die Neuedition dieses weniger bekannten Romans das wichtigste Ereignis zum Twain-Jubiläum dar. Nicht nur kann ihm Manfred Pfister im Nachwort noch einmal die Bedeutung der Spiegelfigur für Twains Werk ins Gedächtnis rufen. In dem 1894 erschienenen Werk, das laut Spreckelsen schon im Titel auf Poes Doppelgängergeschichte "William Wilson" verweist, entdeckt der Rezensent auch gleich drei solcher Paarbeziehungen, falsche und echte Zwillinge darunter. Twains Überzeugung, es gebe keine natürliche Disposition für einen bestimmten sozialen Stand, sehr wohl aber eine Prägung durch Erziehung und Gewohnheit, erkennt Spreckelsen als das Thema des Romans. Den Nachweis dieser These sieht Spreckelsen hier gefasst in eine "böse Pointe".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.04.2010

Zum hundertsten Todestag des amerikanischen Schriftstellers Mark Twain widmet Burkhard Müller ihm ein großes Porträt und wirft einen Blick in einige seiner Bücher. Den Roman "Knallkopf Wilson" allerdings, den jetzt der Manesse-Verlag aus der Versenkung geholt hat, hält der Rezensent nicht eben für einen großen Wurf. Vielmehr sei der Roman ein "selbstgerechtes", moralisierendes Pamphlet, das die Gleichheit aller Menschen in einem nicht eben glaubwürdigen "Verwechslungsplot" postuliert, mäkelt der Rezensent. Am meisten kann er da noch den Sentenzen abgewinnen, die Twain aus dem Hauskalender seines Protagonisten als Kapiteleinleitungen gewählt hat.
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