Mark Jones

Am Anfang war Gewalt

Die deutsche Revolution 1918/19 und der Beginn der Weimarer Republik
Cover: Am Anfang war Gewalt
Propyläen Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783549074879
Gebunden, 432 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Karl Heinz Siber. Der Historiker Mark Jones schildert die dramatische Gründungsphase der Weimarer Republik erstmals als eine Geschichte der Gewalt. Er zeigt, wie eine anfangs friedliche Revolution in einer Reihe von Tabubrüchen endet, einschließlich des Mordes an Frauen und Kindern durch Soldaten der sozialdemokratisch geführten Regierung. Diese Erfahrung wurde für das weitere Schicksal Deutschlands prägend - bis hin zur entfesselten Gewalt des NS-Regimes. Anhand neu erschlossener Archivquellen, darunter zahlreiche Berichte von Zeitzeugen, führt Mark Jones den Leser an die Orte der staatlich legitimierten und ausgelösten Gewaltexzesse dieser Zeit und lässt die Stimmen der Täter, ihrer Opfer und deren Familien lebendig werden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.06.2017

Jens Bisky heißt den mit der Studie von Mark Jones ermöglichten genauen Blick auf 1918/19 willkommen. Auch wenn die ein oder andere These im Band laut Bisky "genauer" zu diskutieren wäre und der Autor keine Gesamtgeschichte von 1918/19 vorlegt, die Ursachen der Gewalt, der standrechtlichen Erschießungen und politischen Morde während des Umbruchs hin zur Weimarer Republik kann ihm der Autor anhand von einzelnen Fällen wie der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht vermitteln. Dass Jones bei seiner Recherche in Akten, Zeitungen und Erinnerungen die Erwartungen und Ängste der Zeitgenossen ebenso ernst nimmt wie das tatsächliche Geschehen, rechnet Bisky ihm hoch an. Das damalige Klima der Angst und das Anstacheln zur Gewalt stellt ihm der Autor lebhaft vor Augen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.05.2017

Für den in Chemnitz lehrenden Ideenhistoriker Alexander Gallus trifft Mark Jones mit seiner "ersten" Gesamtdarstellung der Novemberrevolution seit dreißig Jahren nicht nur den Puls unserer unruhigen Gegenwart, sondern eröffnet auch die Diskussion über das Thema, indem er den Herrschaftswillen der Mehrheitssozialdemokratie kritisiert. Die vergangenes Jahr im englischen Original erschienene Dissertation findet Gallus vorzüglich lektoriert, das Resultat sei frei von jeder akademischen Schwerfälligkeit und verfüge über erzählerische Qualität. Was der Autor entlang des Gewaltthemas an Stringenz und Quellendichte aufbietet und wie er es zu einem erfahrungsgeschichtlichen Zeitpanorama ausarbeitet, hat Gallus beeindruckt, auch wenn er meint, dass sich der These der Radikalisierung der politischen Kultur ebenso gut die einer Mäßigung im bürgerlich-sozialdemokratischen Milieu entgegenhalten lässt.
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