Aus dem Englischen von Birgit Schöbitz. Wir verstehen die Verhaltensweisen von Gruppen nicht, wenn wir die Entscheidungen der daran beteiligten Menschen isoliert betrachten. Doch eine neue Disziplin entdeckt die physikalischen Gesetze des menschlichen Zusammenlebens: die Sozialphysik. Sie zeigt unter anderem, dass Einzelentscheidungen sich summieren und zu Massenphänomenen werden können. Entwicklungen in größerem Maßstab folgen quasi naturgesetzlichen Mustern. Auch in Ihrer Umgebung. Wir können als Individuen überzeugt davon sein, dass ethnisch gemischte Wohnviertel erstrebenswert sind. Doch schon der Wunsch nach einer minimalen Präsenz von Nachbarn der eigenen Gruppe führt in kurzer Zeit zum fast vollständigen Verlust der Vielfalt. Und deshalb sieht Ihr Nachbar aus wie Sie!
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.04.2008
Das Buch ist ein gelungener Einstieg in das "Modefach Sozialphysik", von dem in den nächsten Jahren noch öfters die Rede sein werde, meint Rezensent Hanno Beck. Ebenso wie die Atome in der Vereinigung einen Gegenstand kenntlich machen, bilde eine Masse von Menschen ein soziales Phänomen. Selbst Phänomene wie Völkermord und Genozid werden unter den Augen der Sozialphysiker "fast zu Naturerscheinungen", die mit physikalischen Methoden erklärt werden. Die Gefahr dieser noch so jungen Wissenschaft besteht für den Rezensent in ihrem Hang zum "Determinismus und Fatalismus". Obwohl Beck einige Fehltritte in der Übersetzung aufgefallen sind und ihm die Sichtweise des Autors auf die Ökonomie teilweise fraglich erscheint, übt sich der Rezensent in Nachsicht, da das Buch bei aller Leichtfüßigkeit als erster Schritt in die Sozialphysik "interessant und spannend" sei.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.03.2008
Kritisch äußert sich Rezensent Burkhard Müller über dieses Buch von Mark Buchanan. Er hält ihm vor, seinen Anspruch, mit der Sozialphysik die Wissenschaften vom Menschen auf festen Boden zu stellen, nicht einzulösen. Auch die vollmundig angekündigte Formulierung der Gesetze dieser neuen Disziplin, die menschliches Verhalten im Rückgriff auf physikalische Modelle erklären will, bleibt der Autor zum Bedauern Müllers schuldig. Stattdessen findet er die üblichen Herleitungen des menschlichen Wesens aus der Frühzeit der Hominiden. Dass Buchanan das Phänomen, dass die Reichen immer reicher werden, als natürlichen Prozess erklärt, und dies nicht als Aussage der politischen Ökonomie, sondern als neutrale Ansicht der Wissenschaft ausgibt, mutet ihm doch etwas naiv an. Immerhin bescheinigt er ihm, nicht herumzueiern, sondern zu sagen, was er denkt, und den Irrtum quasi auf den Punkt zu bringen.
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