Ein tragikomischer Familien-Roadtrip auf den Spuren der verschollenen Großmutter Salesche, ein Dorf in Polen 1990: Jarek und seine Eltern packen ihre Sachen. Sie wollen nach Deutschland aussiedeln, so wie Oma Agnieszka, die acht Jahre zuvor die Flucht angetreten hatte. Doch wovor war sie wirklich geflohen? Niemand will es dem 14-Jährigen sagen. Als Jarek ins Schlepperauto steigt, das sie von Schlesien über die Grenze bringen soll, weiß er nur eins genau: Er wird nicht zurückkehren. Im sich wiedervereinigenden Deutschland, sagt man ihm, warte ein besseres Leben. Doch statt zu Agnieszka nach Hannover zu fahren, geht es für die Sobotas schnurstracks in die Aussiedlerlandestelle Hamm, um dort ihre Anträge zu stellen. Und auch nachdem sie die Aufnahmebestätigung in Deutschland erhalten, rückt das Wiedersehen mit der Großmutter in immer weitere Ferne. Jarek beginnt, dem Schweigen seiner Eltern zu misstrauen, bis sich am ersten Weihnachtsabend im "gelobten Land" die Teile des Familienpuzzles plötzlich folgenreich ineinanderfügen.
Rezensent Nico Bleutge empfiehlt den Debütroman von Mariusz Hoffman mit kleinen Einschränkungen. In dem Roadmovie folgt er dem 14jährigen Jarek, der seinen Heimatort, das oberschlesische Salesche, nach der Wende mit seinen Eltern Richtung Deutschland verlässt. Bleutge liest hier von Notunterkünften und Begrüßungsgeld, Fremdenfeindlichkeit und Bürokratie, erfährt in Rückblenden aber auch einiges aus der Familiengeschichte seit dem Zweiten Weltkrieg. Ein paar rein informative Passagen klingen für den Kritiker zwar eher nach "Schulgeschichtsbuch", auch ein paar Anschlussfehler macht er aus. Insgesamt aber hat er diesen so komischen wie wunderbar "schrägen" und "wahrnehmungssatten" Roman gern gelesen.
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