Mit Stephanie Schiller. Immer mehr deutsche Soldaten kehren verletzt und traumatisiert aus Auslandseinsätzen zurück. Viele finden hier weder gesellschaftliche Anerkennung noch eine angemessene medizinische und soziale Betreuung. Immer mehr Familien müssen auf sich gestellt mit Söhnen und Töchtern, Ehepartnern oder Vätern umgehen, die den Krieg nicht hinter sich lassen können, die ihn in sich tragen und ihn mit nach Hause bringen. Marita Scholz erzählt vom schwierigen, manchmal fast unmöglichen Leben mit einem Kriegsheimkehrer. Eine große Liebesgeschichte; ein Plädoyer dafür, keinen Menschen alleine zu lassen, der von diesem Land in den Krieg geschickt wird, und den Familien zu Hause die Unterstützung zu geben, die sie brauchen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.05.2012
Mit Soldaten, die körperlich oder seelisch verwundet von Auslandseinsätzen zurückkehren, hat die Bundesrepublik erst seit relativ Kurzem zu tun, seit dem Kosovo-Einsatz und vor allem seit dem Afghanistan-Krieg. Diese kurze Zeit war geprägt von gravierenden Versäumnisse im Umgang mit Kriegsversehrten, meint Wilfried von Bredow und freut sich darüber, dass sich Marita Scholz in "Heimatfront" des Themas annimmt. Die ehemalige Ruder-Weltmeisterin und Sportsoldatin auf Zeit gewährt darin Einblick in das schwierige Leben mit ihrem Mann, einem mit Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) von einem Auslandseinsatz zurückgekehrten Bundeswehrsoldaten. Scholz schildert anschaulich die erheblichen Probleme im familiären Alltag mit einem traumatisierten Veteranen, verfällt dabei aber keineswegs in einen "Anklage-Ton", sondern bleibt stets nüchtern, konstruktiv und sogar vorsichtig optimistisch, lobt der Rezensent.
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