Europa und Amerika erleben gegenwärtig das Ende der fast 50 Jahre geltenden Selbstverständlichkeiten im transatlantischen Verhältnis: Ihre Beziehungen sind in den Sog der weltpolitischen Umwälzungen nach dem 11. September geraten. Auf diese neuen Konstellationen müssen Europa und Amerika neue Antworten finden. Werner Weidenfeld hat über viele Jahre, etwa als Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit, transatlantische Politik mitgestaltet und sie zugleich mit dem distanzierten Blick des Politikwissenschaftlers begleitet. Weidenfeld zeigt in diesem Buch, ausgehend von der gemeinsamen Geschichte Europas und Amerikas, die Problemfelder, Herausforderungen und Lösungsansätze für die transatlantischen Zusammenarbeit auf. Für Weidenfeld ist klar: Europa und Amerika werden sich entscheiden müssen. Entweder sie lassen zu, dass die "Rivalität der Partner" die Beziehungen regiert - oder sie finden zu einem neuen strategischen Realismus, um gemeinsam das 21. Jahrhundert zu gestalten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.03.2006
Skeptisch betrachtet Anette Bingemer dieses Buch über die "Zukunft der transatlantische Beziehungen", das der Politologe Werner Weidenfeld vorgelegt hat. Die Überzeugung des Autors, diese Zukunft sei im Grunde inhaltlich schon entschieden, kann sie nicht so ganz teilen. Weidenfeld konstatiere ein "Grundgesetz transatlantischer Ambivalenz", das nur während des Kalten Krieges einmal habe außer Kraft gesetzt werden können, sich nun aber wieder einstelle. In groben Strichen zeichne er die "gemeinsame" Geschichte von USA und Europa nach. Weidenfelds Vorstellungen über den Neubeginn der transatlantischen Freundschaft können Bingemer nicht überzeugen, sieht sie darin doch nur die gängigen "Standardratschläge": Weidenfeld meine zu wissen, dass die alten Wurzeln und die kongruenten Probleme schon auf den gemeinsamen Weg zurückweisen werden. Sein Programm dafür scheint Bingemer eher "hohl", eine "Neubegründung der transatlantischen Gemeinschaft" wird nach ihrer Einschätzung damit kaum zustande gebracht werden.
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