Marie-Sissi Labreche

ER

Roman
Cover: ER
Antje Kunstmann Verlag, München 2004
ISBN 9783888973499
Gebunden, 180 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel. Die ungleiche "amour fou" einer Studentin zu einem älteren Mann: Emilie-Kiki ist 26 und liebt ihren Literaturprofessor Tcheky K. Er ist dreißig Jahre älter, verheiratet und hat drei Kinder. Mit Emilie hat er Sex, keinen besonders aufregenden, aber das macht ihr nichts: Sie fiebert den wöchentlichen Treffen im Hotel entgegen, zieht die große Erotikshow ab, bis ihr selber zum Heulen ist. Alles für ihn. Kommt er, und wie lange bleibt er diesmal? Warum sagt er nie, dass er sie liebt? Und warum ist ihr das Gefühl, von diesem älteren, gar nicht so attraktiven Mann begehrt und gebraucht zu werden, so wichtig? So wichtig, dass sie, um Tcheky zu halten, ein perfides Spiel mit einem jungen Mann beginnt. Ein Spiel um Liebe und Abhängigkeit, bei dem alle Mittel erlaubt sind.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.07.2004

Die Rezensentin Marion Dick kann mit diesem Roman nicht viel anfangen. Ihrer Meinung nach passt vorne und hinten nicht zusammen, was die Autorin Marie-Sissi Labreche sich hier für ihre Protagonistin ausgedacht hat. Denn die ist nach Dicks Meinung einfach nur ein armes, neurotisches, masochistisch veranlagtes Ding, mit dem die Identifikation ausgesprochen schwer falle. Selbst für plumpen "Voyeurismus" des Lesers reiche die Anteilnahme nicht. Und deshalb findet Dick die feministisch-emanzipatorischen Parolen, mit der die Autorin ihre Geschichte über die Liebesaffäre einer jungen Frau mit ihrem Professor garniere, gänzlich unpassend: "... vor dem platten Hintergrund einer perversen Kindheit wirken feministische Parolen wie ein Hohn auf reale Grausamkeit. Für Labreches Protagonistin ist die Emanzipation nur ein neuer Zwang."
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