Marianne Birthler

Halbes Land. Ganzes Land. Ganzes Leben

Erinnerungen
Cover: Halbes Land. Ganzes Land. Ganzes Leben
Carl Hanser Verlag, München 2014
ISBN 9783446241510
Gebunden, 424 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Marianne Birthlers Geschichte ist durch die doppelte Erfahrung des Lebens in der DDR und im wiedervereinten Deutschland gekennzeichnet. Aufgewachsen in Ost-Berlin, setzte sie sich schon als junge Frau für mehr Selbstbestimmung unter den Bedingungen der Diktatur ein. Ihre Haltung führte sie Mitte der achtziger Jahre in die Opposition gegen den SED-Staat und schließlich in das Zentrum der revolutionären Ereignisse von 1989. Als erste Kultusministerin im neuen Bundesland Brandenburg, erste Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen und als Bundesbeauftragte für die Stasiunterlagen bewies sie große Unabhängigkeit. Die Autobiografie einer Frau, die die jüngere deutsche Geschichte maßgeblich mitgeprägt hat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.04.2014

Keinen großen Stil, dafür eine große Frau entdeckt Jens Schneider in diesem Buch von Marianne Birthler. Dass die Autorin nicht wie andere groß über die Macht der Freiheit tönt, sondern DDR-Geschichte in Form von Alltagsgeschichten erzählt, aus der Schule, aus dem Widerstand, ist für Schneider ein Vorzug, auch wenn ihm das Ganze mitunter wie nahrhaftes Schwarzbrot erscheint. Die Achtung des Rezensenten bekommt die Autorin nicht zuletzt durch ihre Distanz zu sich selbst und ihrem Handeln, durch ihren Stolz ohne Triumphgetue, durch die Offenheit, auch wenn es um die eigenen Fehler geht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.03.2014

Für lehrreich und lesenswert hält Stefan Dietrich Marianne Birthlers Autobiografie. Dass die DDR-Oppositionelle, spätere Grünen-Sprecherin und Chefin der Stasi-Unterlagen-Behörde über solche erzählerische Kraft verfügt, wie hier zu erleben, hätte er nicht gedacht. Dietrich erfährt über Birthlers Sozialisation, über den Alltag in Ost-Berlin in den 50er und 60er Jahren, über Wohnverhältnisse und Schulerlebnisse, und zwar anhand ganz persönlicher Erlebnisse der Autorin. Der Ton des Buches, erklärt der Rezensent, ist erfüllt von Stolz und Glück über den Gang der Ereignisse, die zur Wiedervereinigung führten. Doch spürt Dietrich zwischen den Zeilen auch die Kränkungen derjenigen, die zu DDR-Zeiten stets auf den Westen geschaut, aber im Westen dann lange fremd geblieben war.

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