Mariana Travacio

Ein Mann namens Loprete

Roman
Cover: Ein Mann namens Loprete
Pendragon Verlag, Bielefeld 2025
ISBN 9783865329103
Gebunden, 120 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem argentinischen Spanisch von Kirsten Brandt. "Ich suche Pepa." Mit diesen Worten betritt ein Mann namens Loprete die Bar von El Tano in der staubigen Einöde Argentiniens. Fünf Gläser Gin später liegt der Fremde tot am Boden - erstochen im Eifer des Gefechts. Hastig wird er verscharrt. Der junge Manoel hofft, die Sache sei damit erledigt, doch kurz darauf tauchen Lopretes Brüder auf, die Gewalt eskaliert erneut und einer der Dorfbewohner wird getötet. Als Manoel wenig später von El Tano erfährt, dass es ein Loprete war, der seine Eltern ermordet hat, verfällt auch er der Spirale der Rache. Und so macht sich eine Gruppe von zehn Männern auf, um Vergeltung zu üben.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 18.12.2025

Eine kurze, aber intensive Lektüre ist dieses Buch laut Rezensentin Katharina Doebler. Mariana Travacio entführt sie darin in eine staubige Männerwelt, die an Kinowestern erinnert, tatsächlich sieht man beim Lesen die schnurrbärtigen Typen, die das Buch bevölkern, regelrecht vor sich. Es beginnt in einer Bar, ein Fremder tritt ein, wenig später ist einer tot, dessen acht Brüder sinnen anschließend auf Rache. Viel mehr Inhalt verrät uns die Rezensentin nicht, stattdessen geht sie auf die Art und Weise ein, in der Travacio mit konzisen Landschafts- und Menschenlebensbeschreibungen eine Welt evoziert, die von Männern dominiert wird, die über alles und insbesondere auch über Frauen herrschen. Doebler sieht eine Nähe zu Juan Rulfos "Pedro Páramo": Wie dieser Klassiker entpuppt sich auch Travacios eindrücklicher Roman am Ende als eine Geistergeschichte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.09.2025

Rezensent Josef Oehrlein kann den Vergleich der argentinischen Autorin Mariana Travacio mit Juan Rolfo durchaus verstehen. Der Autorin gelingt es laut Rezensent in ihrem Debüt, Wahres und ahnungsvoll Dunkles und Gewalttätiges miteinander zu vereinen. Die Story um einen Mord und dessen brutale Vergeltung, die im Buch in bluttriefenden Szenen beschrieben wird, gemahnt Ehrlein zumindest andeutungsweise an die Gräuel der argentinischen Diktatur. Wie Travacio die Spirale der Gewalt zwischen zwei Familien bis zum Showdown gestaltet, bildstark und einfühlsam, findet Oehrlein lesenswert, auch wenn er angesichts des ausufernden Personals fast den Überblick verliert. Die Übersetzung von Kirsten Brandt scheint ihm plastisch genug, um die unheimliche Atmosphäre des Romans gut rüberzubringen.

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