Yoko ist wie du und ich. Bis das Glück sie verlässt.Yoko ist Ende zwanzig, als sie die von ihrem Vater geerbte Metzgerei in eine kleine Manufaktur umwandelt - liebevoll verpackt sie fortan das Glück in kleine Kekse, anstatt Schweinehälften zu zerlegen. Sie ist verliebt, ihr Leben ist das erste Mal erfüllt von Leichtigkeit.Doch dann ist sie eines Tages zur falschen Zeit am falschen Ort. Sie liefert eine Kiste Glückskekse an ein chinesisches Restaurant aus, und als sie versucht, im Hinterhof einem kleinen Hund zu helfen, wird sie für ihre Courage von dessen Peinigern bestraft. Yoko ist das leichte Opfer zweier Männer im Gewaltrausch. Alles zerbricht, ihr Leben liegt von einem Moment zum nächsten in Scherben.Aber Yoko fasst einen Entschluss: Nicht ihre Verfolger werden entscheiden, wann ihr Leben endet. Nicht das Schicksal wird bestimmen, wie ihre Geschichte verläuft. Sie selbst wird es tun.Noch ahnt sie nicht, mit wem sie es zu tun hat. Wie viel Leid über sie hineinbrechen und mit welch ungeahnter Härte sie sich dafür rächen wird. Ihr wird alles genommen, was ihr lieb ist. Und deshalb schlägt Yoko zurück. Erbarmungslos.
Ambivalent bespricht Rezensent Thomas Wörtches Bernhard Aichners Rachekrimi. Es ist eine nicht-japanische Frau namens Yoko, die hier mordet, und zwar chinesische Gangster, nachdem zwei von ihnen sie vergewaltigt haben, erfahren wir. Der Gewaltpegel ist hoch und die Geschichte liest sich schnell weg, notiert Wörtche, dem es teilweise durchaus gefällt, wie Aichner mit seinem prägnanten sprachlichen Stil, der auf Überhöhung setzt, dem geläufigen Genre des Rachefeldzugs als weibliche Selbstermächtigung neue Facetten hinzufügt. Freilich ergibt die Handlung oft wenig Sinn, moniert er, und Aichners Lakonie kippt nicht selten in Kitsch. Kurzweiligen Lesespaß, der bei allem Blut doch niemanden verstören wird, bietet dieses Buch jedoch durchaus, so das Fazit.
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