Mit 10 Abbildungen. Die Literaturen der Welt erzählen vom Dorf: Bausteine einer Gattungsgeschichte. Mitte des 18. Jahrhunderts wird das Dorf zum Thema der Literatur; zuerst in Versen, dann in ungebundener Form. Man spricht von village sketches und contes villageois, später von derevenskaja proza und köy edebiyatı. Zu besonderer Popularität gelangt die "Dorfgeschichte" in den deutschsprachigen Ländern. Marcus Twellmann nutzt dieses Gattungskonzept für vergleichende Lektüren, die das Erzählen in seiner lokalen Kontextgebundenheit und zugleich die Bewegung der Form untersuchen - ihr Anderswerden im Zuge globaler Übersetzung wie auch ihre Verfestigung. Wie keine andere gibt diese zumeist Realismus beanspruchende Gattung Aufschluss über die tiefgreifende Veränderung von Lebenswelten. Die Studie macht klar: Weltliteraturgeschichte ist möglich und das Dorf ist der Ort, wo sie als Erfahrung beginnt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.09.2019
Thomas Steinfeld ahnt, dass Marcus Twellmann ein mächtiges Sujet gewählt hat, zu groß für ein einziges Buch womöglich. Anregend findet er Twellmanns Studie über das Genre der Dorfgeschichte allerdings dennoch, etwa Twellmanns Vergleich nationaler Dorfgeschichten von Deutschland bis Italien. Auch wenn ihm Twellmanns Auswahl willkürlich erscheint und der Autor das Nachdenken über die Dringlichkeit seines Themas anderen überlässt - wo läse man sonst über das Verhältnis von Kommunismus und Dorf?, fragt Steinfeld.
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