Mit einem Vorwort von Herfried Münkler. Demokratische Imperien stehen vor einem besonderen Stabilitätsproblem: Sie müssen den imperialen Herrschaftsraum sichern, ohne dadurch die eigenen demokratischen Institutionen zu gefährden. Das antike Römische Reich ist an dieser Aufgabe spektakulär gescheitert, und in den USA befürchten derzeit viele, dasselbe Schicksal zu erleiden. Diese Sorge ist nicht unbegründet, denn heute wie damals droht die innere Machtbalance durch imperiale Akteure aus dem Gleichgewicht zu geraten. Gerne wird in solchen Situationen die einigende Wirkung eines äußeren Feindes beschworen. Ob jedoch der Zusammenhalt tatsächlich gestärkt wird oder vielmehr das Gegenteil eintritt, hängt von spezifischen benennbaren Umständen ab.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.11.2015
Der Politikwissenschaftler Marco Walter geht in "Nützliche Feindschaft?" einer Frage nach, die sein Doktorvater Herfried Münkler nach dem Verhältnis von Imperium und Demokratie im Hinblick auf das antike Rom und die heutigen Vereinigten Staaten gestellt hatte, berichtet Uwe Walter. Die Zusammenführung ideengeschichtlicher Aussagen und moderner neurowissenschaftlicher Befunde über den politischen Nutzen von Angst vor äußeren Feinden findet der Rezensent interessant, die historischen Verallgemeinerungen und Vergleiche weniger. Zu sehr orientiere sich der Autor an den Gemeinplätzen der Rezeptionsgeschichte Roms und zu wenig an der tatsächlich Geschichte, wodurch der Vergleich von vorneherein hinkt, kritisiert Walter.
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