Die Comic-Biografie zu dem geheimnisvollen
mittelalterlichen Teufelsmaler Hieronymus
Bosch. Lange Zeit ein Mysterium für die Kunstgeschichte
weiß man heute, dass sich hinter dem
Signet Bosch der niederländische Maler Jeroen
van Aken verbirgt. Wir begleiten den Maler
durch das mittelalterliche 's-Hertogenbosch
und werden Zeuge des Lebens zu jener Zeit.
Boschs Umgang mit seinen reichen Kunden und
dem Klerus, aber auch das Leben der niederen
Stände wird wiedergegeben. Bräuche wie das
Saufangen, bei dem Blinde zusammen mit einem
Schwein in ein Gatter gesperrt wurden, oder die
Zelte, in denen deformierte Menschen, exotische
Tiere, aber auch das Zahnziehen zur Schau
gestellt wurden.
Die Biografie beginnt in der Werkstatt der
Van-Aken-Familie. Dort produzieren die drei
Brüder van Aken ihre Gemälde zunächst als Auftragsarbeiten.
Die Begegnung mit Allart du Hameel,
dem Baumeister der Kathedrale, verändert
die Sicht Jeroens. Er fängt an, die traditionellen
religiösen Szenen neu zu interpretieren, erschafft
eine Vielzahl an Dämonen, Teufeln und bizarren
Gestalten, die seine Gemälde bevölkern und die
ihre Faszination bis heute ausmachen. Außerdem
beginnt er, seine Tafeln zu signieren - für die
damalige Zeit höchst ungewöhnlich!
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 21.05.2016
Marcel Ruijters zum Hieronymus-Bosch-Jubiläumjahr von offiziellen Stellen in Auftrag gegebene, über weite Strecken fiktionale, allerdings um einen informativen Anhang ergänzte Comicbiografie fokussiert vor allem das Umfeld des niederländischen Renaissancemalers, erklärt Sonja Stöhr. Wer auf Deutungen der rätselhaften Werke des Niederländers hofft, habe allerdings das Nachsehen, doch immerhin werden mögliche Inspirationsquellen angeboten, erfahren wir im weiteren von der Kritikerin. Boschs spätmittelalterliche Wirkungsstätte, die Ortschaft 's-Hertogenbosch, wird dabei in bedrückender Konsequenz als Ort der latenten und manifesten Gewalt geschildert, so die Rezensentin weiter. Ruijters' Zeichenstil ist ausdrucksstark und sichtlich um eine eigene Ästhetik, die sich nicht an die Bilder Boschs anschmiegt, bemüht, schreibt Stöhr. Der Darstellung der "Ambivalenz und Kontraste der Zeit" komme dies entgegen.
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