Herausgegeben von Martin Dabrowski, Andreas Fisch, Karl Gabriel und Christoph Lienkamp. Die Internationale Schuldenkrise steht seit mehr als zwei Jahrzehnten auf der Agenda von Politik und Weltöffentlichkeit. Nachdem der Kreislauf von Überschuldung, Entschuldung und Neuverschuldung jahrelang nicht durchbrochen wurde, sind neue Lösungskonzepte gefragter denn je. Jetzt wird ein Lösungsvorschlag auf breitester Ebene - von der Erlassjahr-Kampagne bis hin zum Internationalen Währungsfonds - diskutiert: die Einführung eines "Insolvenzrechts für Staaten". Die Autoren des vorliegenden Buches wollen zur Fundierung der Diskussion beitragen und stellen vier Fragenkomplexe in den Mittelpunkt, die aus dem Blickwinkel unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen diskutiert und beantwortet werden: Wie lässt sich allgemein Entschuldung und im Speziellen ein Insolvenzrecht für Staaten philosophisch und theologisch begründen? Welche Hindernisse stehen der Schaffung einer solchen Institution auf internationaler Ebene entgegen, und lassen sich diese Probleme gegebenenfalls beseitigen? Welche völkerrechtlichen Probleme ergeben sich bei der Einführung eines Insolvenzrechts für Staaten? Welche veränderten Anreizwirkungen ergeben sich durch die Schaffung eines Insolvenzrechts für Staaten aus Sicht potentieller Kreditgeber und Kreditnehmer für die Zukunft?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.01.2004
Im Zentrum der im 21.Jahrhundert nicht weniger als in den 80er Jahren schwelenden Schuldenfrage stehe die Diskussion um das Insolvenzrecht für Staaten. Der besprochene Sammelband, der insbesondere auf Lösungsvorschläge des IWF eingehe, leiste "einen Beitrag zu einem fruchtbaren, interdisziplinären Gespräch" und überzeuge in diesem Ansatz durch den vorangestellten ethisch motivierten Aufsatz. In vier Fragekomplexen werden Indira Gurbaxani zufolge eben nicht nur ökonomische, sondern auch theologische, sozialethische und juristische Aspekte berücksichtigt. Dabei ginge es ebenso um eine grundsätzliche Argumentation wie um die konkrete Gründung einer entsprechenden Institution oder um völkerrechtliche und die sich für potenzielle Kreditgeber- und -nehmer ergebenden Konsequenzen. Drei Beiträgen widmet sich die Rezensentin etwas näher und bemerkt abschließend unmissverständlich, dass Lösungen jedoch "auf rechtlicher und ökonomischer Ebene gefunden werden" müssten.
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