Manuel Möglich

Deutschland überall

Eine Suche auf fünf Kontinenten
Cover: Deutschland überall
Rowohlt Verlag, Berlin 2015
ISBN 9783871342004
Gebunden, 288 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Ob auf dem Oktoberfest in Brasilien, beim Liederkranz in New York oder in der Brauerei in China - Deutsche und ihre Kultur findet man überall und in allen Klimazonen. Manuel Möglich macht sich auf die Suche: Er bereist alle fünf Kontinente, forscht nach den letzten deutschen Spuren in Tsingtao, unterhält sich in Westafrika mit perfekt Hochdeutsch sprechenden Namibiern über ihre Kindheit in der DDR, er fahndet in Südamerika nach der deutschen Festtagslaune und dem deutschen Fleiß. Und wie denken eigentlich die Nachfahren früherer Kolonialherren, junge und alte Auswanderer, die Abkömmlinge von einst Emigrierten über jenes Land, das ihnen nah und fern zugleich ist? Was bedeuten das deutsche Erbe, die Kultur und das Phantom der deutschen Tugenden jenen Menschen, die die heutige Bundesrepublik kaum kennen? Sind sie am Ende die deutscheren Deutschen? Ohne Scheu und mit größter Offenheit begibt sich Manuel Möglich mitten hinein in diese deutschen Parallelwelten, die wir allenfalls als Urlaubsparadiese kennen, und zeichnet ein gänzlich neues Bild von uns Deutschen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.08.2015

Rezensentin Carolin Schwarz zeigt sich enttäuscht von Manuel Möglichs Buch "Deutschland überall". Denn in diesem Reisebericht, in dem der laut Schwarz selbsternannte "Reporter" deutschen Spuren in fünf Kontinenten nachgehen möchte, erfährt die Kritikerin zumeist Altbekanntes, garniert mit Exkursen zu deutscher Kolonialgeschichte. Darüber hinaus stört sie während der Lektüre nicht nur der häufige Perspektivwechsel, sondern auch Möglichs Berichte von Reiseerlebnissen, die wenig zum eigentlichen Thema seines Buches beitragen. Abgesehen von einigen Höhepunkten, etwa der Information, dass Deutschland von den "Entwurzelten" in der Regel verklärt wird, attestiert die Kritikerin dem Autor Fantasie- und Recherchemangel.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 21.03.2015

Iris Alanyali bespricht das Buch des Fernsehreporters Manuel Möglich mit einem Haufen eigener Erfahrung zum Thema Deutschsein in der Fremde im Rücken. Problematisch, weil wenig erkenntnisfördernd an Möglichs Ansatz findet sie, dass der Autor auf seinen hier dokumentierten Besuchen bei deutschen Auswanderern immer schon das typisch Deutsche sucht, ob bei Liederkranz und Weißwurscht in New York oder beim Treffen mit Schäferhundefreunden in Brasilien. Wenn dabei nichts anders herauskommt als Klischees, muss sich Möglich nicht wundern, meint Alanyali. Interessant wird das Buch für sie erst, wenn der Autor das Deutschsein als Perspektive mal außen vor lässt und sich Zeit für die Menschen nimmt. Dann bietet der Text Einblicke in Konzepte von Heimat, die die Rezensentin spannend findet.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.03.2015

Manuel Möglich begibt sich auf die Suche nach den in aller Welt verstreuten Überbleibseln deutscher Auswanderer. Laut Caspar Shaller gibt es mit "Deutschland überall" aber nicht viel zu entdecken. Vor allem dass der Autor ausgesprochen langweilig und einfallslos über seine Reisen in alle Welt schreibe, stört den Rezensenten, der hier auch prompt auf unterschwelligen Nationalismus erkennt. Und auf die Frage, was das denn nun heißen solle: Deutsch sein, finde er hier "jenseits von Bier, Blaskapelle und Pünktlichkeit" auch keine Antwort.