Manfred Görtemaker (Hg.)

Weimar in Berlin

Porträt einer Epoche
Cover: Weimar in Berlin
be.bra Verlag, Berlin 2002
ISBN 9783898090346
Gebunden, 224 Seiten, 34,00 EUR

Klappentext

Das Berlin der Weimarer Republik von 1918 bis 1933. Wie in einem Brennglas bündelten sich hier nach der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg die Chancen und Risiken einer ganzen Epoche: vom Aufbruch zur Demokratie bis zum Aufstieg der braunen Diktatur, von der scheinbar unbeschwerten Vergnügungssucht der "goldenen Zwanziger" bis zur Not der Weltwirtschaftskrise, von der künstlerischen Avantgarde in Literatur, Theater, Malerei und Architektur bis zur antidemokratischen Haltung eines konservativ-monarchisch gesonnenen Bürgertums. Doch was ist Mythos, was ist Realität? Dieser Band beschreibt die Facetten der Entwicklung Berlins vom Ende des Kaiserreiches bis zur Machtübernahme Hitlers.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.12.2002

Nie war die Großstadt mehr Dschungel als im Berlin der zwanziger Jahre. So fasst Rezensent Christian Jostmann seine Lektüre-Eindrücke von Manfred Görtemakers "schillerndem Porträt" des Berliner Großstadtlebens in den goldenen Zwanzigern zusammen. Doch selbst für die Goldenen Zwanziger gelte, so Jostmann, "dass der graue Alltag nicht hielt, was der exotische Glanz versprach". Denn die Stadt, die niemals schlief, voll von Cabarets, Varietes, Revuen und "Negerbars", die auch für Frauen neue, ungeahnte Möglichkeiten und Freiheiten brachte, war zugleich ein urbaner Urwald, in dem die meisten einen harten Kampf ums nackte Überleben führen mussten, stellt Jostmann klar. "Schillernd, halbseiden, fragwürdig" - so ließe sich für Jostmann dieses Berlin in der Krise der klassischen Moderne auch umschreiben. Denn: "Am Ende des Ausflugs in die elektrischen Paradiese", schließt Jostmann mit einem Verweis auf den sich ankündigenden Nationalsozialismus, "ertönte das Tamtam der Urhorde auf den Straßen, die Knobelbecher knallten auf das Pflaster, dem afrikanischen Traum folgte der germanische Wahn."

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