Polen und Deutsche sind seit tausend Jahren Nachbarn, mit der Aufnahme Polens in die Europäische Union werden sie zu Partnern. Nach vielen Konflikten, Krisen und Kriegen in der Vergangenheit, aber auch langen Zeiträumen eines friedlichen und produktiven Austausches über die Grenzen richtet sich der Blick nun in die Zukunft, die aus dem Verständnis der Geschichte des Nachbarlandes gestaltet werden wird.
Die Diskussion der Vertreibungspolitik bietet den aktuellen Anlass, der dieses Buch gerade recht kommen lässt, schreibt ein - im Internet anonymer - Rezensent. Verdienstvoll sei es jedoch in jedem Fall: eher für allgemeines Publikum geschrieben, in einer "angenehm unprätentiösen Sprache" und außerordentlich kenntnisreich. Besonders lesenswert sei das Kapitel über die Vertreibungen und Zwangsumsiedlungen, das klarstelle, dass Polen keineswegs, wie inzwischen mancherorts wieder behauptet, ein "Vertreiberstaat" gewesen ist. Bereits der Hitler-Stalin-Pakt bereitete den Boden für die späteren Vertreibungen, Roosevelt und Churchill ließen Stalin, den sie als Verbündeten brauchten, gewähren, so der Rezensent. Über dieses aktuelle Kapitel hinaus erweise sich das Buch aber als "souveräne Gesamtdarstellung" der polnischen Geschichte, als "spannendes Lesebuch", das mit Zeittafeln und Karten zusätzliche Orientierung biete.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.08.2003
"Anschaulich erzählt" findet Rezensentin Stefanie Peter in diesem Buch die wechselhafte Geschichte Polen. Sie lobt, dass die wichtigsten Ereignisse rekapituliert werden und Autor Manfred Alexander in seiner Darstellung nicht - wie so viele andere Polenfreunde - in die "unmögliche Position eines nicht-polnischen Nationalismus" verfällt. "Zu Recht" findet die Rezensentin, hat der Autor neben anderen polnischen Besonderheiten wie den "Mythos vom Widerstand" im polnischen Nationalbewusstsein besonderen Wert auf die Verwaltungs- und Sozialgeschichte des Landes gelegt. Sie empfiehlt den Band als "ergiebiges Büchlein, das perfekt in die Reisebibliothek und Handapparat jedes Poleninteressierten" passt
Judith Hermann: Ich möchte zurückgehen in der Zeit Judith Hermann folgt den Spuren ihres Großvaters, der während des Zweiten Weltkriegs für die SS im polnischen Radom stationiert war. Sie verknüpft ihr Schreiben mit seiner… Svenja Leiber: Nelka Lemberg, 1941. Die sechzehnjährige Nelka wird von Soldaten aufgegriffen und mit zahlreichen Mädchen und Frauen nach Westen verschleppt. Auf einem norddeutschen Gutshof werden… Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes… Robert Menasse: Die Lebensentscheidung Frustriert von den Mühlen der Bürokratie, trifft Franz Fiala eine "Lebensentscheidung" und wirft seinen Job bei der Europäischen Kommission hin. Als er seine Mutter zum 89.…