Herausgegeben von Irene Götz, Klaus Roth und Marketa Spiritova. Im östlichen Europa leben in den letzten Jahrzehnten historische Mythen wieder auf: "Volkskultur" oder religiöse Traditionen tragen genauso zu einer nationalen Identitätspolitik bei wie jüngere Erinnerungsorte, beispielsweise aus dem Kontext Sport oder der Populärkultur. Mit Blick auf Polen, Tschechien, Russland, Bulgarien, Ungarn, Kroatien, die Slowakei sowie die Ukraine ethnografieren die Beiträge des Bandes diese Wiederentdeckung des Nationalen aus kulturwissenschaftlicher Perspektive. Sie beleuchten die Ursachen und Spezifika dieser aktuellen Entwicklungen in den postsozialistischen Ländern und gehen den Folgen für den europäischen Einigungsprozess nach.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.06.2018
Helmut Altrichter weist darauf hin, dass die in diesem Tagungsband von Irene Götz, Klaus Roth und Marketa Spiritova versammelten Beiträge Schlaglichter werfen, Annäherungen an ein komplexes Thema versuchen, nicht mehr und nicht weniger. Das Thema des wiedererstarkenden Nationalen in den postkommunistischen Staaten Ostmitteleuropas und die Frage, inwieweit es als Gegenbewegung zur Europäisierung beziehungsweise als Antwort auf soziale Spannungen zu verstehen ist, beantworten die Texte im Band laut Rezensent verteilt auf vier Schwerpunkte, die Erinnerungsorte und Mythen ebenso in den Blick nehmen wie Identitätspolitiken und Ausgrenzungsmechanismen.
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